ZOA startet Soforthilfeaktion zur Flüchtlingskrise Nordostsyrien

Bereits 12.000 Syrer flohen in den Irak; die UN erwartet über 50.000

Obwohl die türkischen Waffen schweigen und die Krise im Nordosten Syriens aus den Medien verschwunden ist, kommt der Flüchtlingsstrom erst jetzt richtig in Gang. Vor allem Kurden und assyrische Christen aus dem gefährdeten Gebiet drängen sich vor der syrisch-irakischen Grenze zusammen. Deshalb hat ZOA eine Soforthilfeaktion für diese Flüchtlinge im Nordirak gestartet.

Bedrohliche Prognosen

Mehr als 12.000 Flüchtlinge aus Syrien haben in den letzten zwei Wochen bereits die Grenze zum Nordirak überschritten. Nach Angaben der UNO können diese Zahlen aber noch auf mehr als 50.000 steigen. “Wir stehen erst am Anfang dieser Krise”, sagt Esther Grisnich, ZOA-Landesleiterin im Irak. “Es mag einen vorübergehenden Waffenstillstand geben, aber die Türkei hat die Pufferzone entlang der Grenze bereits übernommen. Mittlerweile wurde dieses Gebiet vollständig von Kurden, Christen und anderen Bevölkerungsgruppen gereinigt.

Da viele dieser Menschen nicht unter dem Assad-Regime leben wollen, fliehen sie in den Nordirak. Grisnich: “Man rechnet nie eine Krise, aber jetzt ist das Timing wirklich schrecklich. Denn der Winter steht vor der Tür. Ab November kann es sehr kalt werden, kälter als in einigen Ländern Europas. Wir sehen Frauen, Kinder und ältere Menschen, die mit nicht mehr als einer Plastiktüte voll Kleidung hereinkommen. Außerdem sind die Flüchtlinge in alten Flüchtlingslagern untergebracht, in denen die Zelte schon einstürzen.” Um den Zustrom zu bewältigen, kauft ZOA nun Öfen, Winterbekleidung und Hygieneprodukte für die Verteilung.

Laut Hilfsorganisationen im größten Flüchtlingslager (Bardarash) leiden die nun ankommenden Flüchtlinge bemerkenswert oft an Depressionen, Ängsten und den ersten Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung. “Diese Menschen haben in den letzten Jahren so viel durchgemacht”, weiß Esther Grisnich. “Sie haben schreckliche Angst davor, was mit der Familie und den Freunden passiert, die zurückbleiben. Aber sie sehen auch, wie ihre eigene Zukunft auseinander fällt.”

Obwohl die Erste-Hilfe-Pakete bereits von den Vereinten Nationen vorbereitet wurden, scheint die Zahl der Flüchtlinge viel höher zu sein als erwartet. “Die Zahl der Flüchtlinge kann auf über 50.000 steigen. Um allen helfen zu können, bedarf es zusätzlicher Hilfe. Deshalb starten wir diese Soforthilfeaktion”, sagt Esther Grisnich.

Für uns bei ZOA kennt die Nächstenliebe keine Grenzen: Wir helfen Opfern von Naturkatastrophen und bewaffneten Konflikten auf der ganzen Welt. Das fängt bei dieser Soforthilfeaktion an, aber wir bleiben auch dann noch, bis die Menschen wieder auf eigenen Beinen stehen.

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