Deutsche Welle vor Ort in Sri Lanka

Sri Lankas Muslime sind nicht die einzigen, die nach den Bombenanschlägen am Ostersonntag im Land mit Gegenreaktionen zu kämpfen haben. Flüchtlinge aus Ländern mit muslimischer Mehrheit wurden bedroht, angegriffen und aus ihren Häusern vertrieben. Allein in einem Lager leben mehr als 150 Menschen unter verschlechterten Bedingungen auf einer Polizeistation. Die 12-jährige Sadaf ist unter ihnen, und dies ist nicht das erste Mal, dass sie um ihr Leben flieht.*

Es ist mehr als einen Monat her, seit Sri Lanka am Ostersonntag von Bombenanschlägen erschüttert wurde. Islamisten griffen drei Kirchen und drei Hotels an und töteten insgesamt 253 Menschen. Die Gegenreaktion traf die muslimische Gemeinschaft Sri Lankas innerhalb weniger Tage. Auch Flüchtlinge aus Ländern mit muslimischer Mehrheit wurden angegriffen.

Die Korrespondentin der DW News, Abby Kuhathasan, und der Kameramann Henning Goll schickten diesen Bericht von einem Polizeiparkplatz in Negombo, wo 150 Menschen immer noch unter erschwerten Bedingungen leben.

Sri Lanka: Muslimische Flüchtlinge befürchten Auswirkungen nach jihadistischen Angriffen. Quelle: DW-News

"Ich hatte viele Träume. Aber nach allem, was hier passiert ist, habe ich sie schon aufgegeben. Ich will einfach nur, dass wir sicher leben können."

Die 12-jährige Sadaf ist eine von vielen Flüchtlingen aus Afghanistan. Statt mit ihren Mitschülern in der Schule zu sein, sitzt sie mit ihrer Mutter auf dem rauen Boden eines Parkplatzes. Die tägliche Hitze macht ihr und den anderen Kindern besonders zu schaffen. Doch in ihren ursprünglichen Unterkünften konnten sie nicht bleiben.

“Die Menschen machen uns für die Bombadierungen verantwortlich. Deshalb sind wir zur Polizeistation gegangen.”, erzählt sie von der Situation, die selbst nach ihrer Flucht hierher noch immer unsicher ist. In der Nähe der Polizei suchten sie Sicherheit, nachdem einige Flüchtlinge in ihren Unterkünften oder auf der Straße angegriffen worden waren.

“Ich mache mir viele Sorgen um meine Zukunft.”, sagt Sadaf. “Ich hatte viele Träume. Aber nach allem, was hier passiert ist, habe ich sie schon aufgegeben. Ich will einfach nur, dass wir sicher leben können.” Auf die Frage nach ihren Träumen erzählt sie, dass sie Ärztin werden wollte, bevor sie in Tränen ausbricht.

Verdreckte Straßen in Negombo
Verdreckte Straßen in Negombo

Die Reportage der Deutschen Welle zeigt die Notwendigkeit von Unterstützung seitens der Regierung deutlich.
Helfen auch Sie mit, Flüchtlingen wie Sadaf eine sichere Zukunft zu ermöglichen!

 

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ZOA in Sri Lanka

 

* Auszug aus der Reportage der DW. Lesen Sie die vollständige Reportage der DW hier.
** Quelle Bilder: DW.