"Die Nothilfe für Tigray kann nicht länger warten."

Die humanitäre Not in der äthiopischen Region Tigray ist so akut, dass Hilfsorganisationen sofortiger Zugang gewährt werden muss. Die Hilfsorganisationen Woord und Daad und ZOA, die beide schon vor dem Krieg in Tigray aktiv waren, sind nun bereit, Soforthilfe zu leisten. “Jede Stunde, die wir früher in die Region kommen können, rettet Leben.”

ZOA und Woord en Daad liegt die Situation in Tigray am Herzen, insbesondere die der 96.000 eritreischen Flüchtlinge in vier Flüchtlingslagern in der Region. “Die humanitäre Situation ist schrecklich”, erzählt zudem ZOA-Programmdirektor Edwin Visser. “Wir wissen, dass alle Vorräte an Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten seit Ende des letzten Monats aufgebraucht sind, aber die Region ist immer noch abgeriegelt, so dass wir keine Hilfsgüter hineinbringen können.

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Regionen übergreifender Konflikt

Nicht nur die Menschen in den Flüchtlingslagern, sondern jeder in der Region Tigray ist von diesem bewaffneten Konflikt betroffen – vor allem Frauen und Kinder, die fliehen mussten und nichts mitnehmen konnten. Sie sind gefährdet durch akute Unterernährung, Krankheiten, die durch verschmutztes Wasser verursacht werden, und andere gesundheitliche Probleme, die Medikamente erfordern. Oft sind gefährdete Familien gezwungen, in Schulen und ungenutzten Gebäuden Unterschlupf zu suchen, bis Hilfe geleistet werden kann. Aufgrund von Straßensperren und kaputter Infrastruktur gibt es kaum Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten. Edwin Visser erzählt: “Wir wissen aus dem spärlichen Kontakt mit unseren eigenen Mitarbeitern in der Gegend, dass auch sie kaum mehr die notwendigsten Güter haben. Denn alle Geldautomaten sind ausgefallen und die Geschäfte sind leer, die Menschen können nichts mehr kaufen”.

"Wir stehen in den Startlöchern, um in Tigray Soforthilfe zu leisten."

Es gab letzte Woche ermutigende Anzeichen, als die äthiopische Regierung und die UNO vereinbarten, dass humanitäre Hilfsorganisationen bedingungslosen und ungehinderten Zugang zu den von der Regierungsarmee kontrollierten Gebieten in Tigray erhalten. In der Praxis wurden die Blockaden jedoch immer noch nicht aufgehoben. “Wir können das nicht länger akzeptieren. Wir brauchen sofortigen Zugang, um Leben zu retten”, fordert Visser die Behörden auf, ihren Worten Taten folgen zu lassen. “Es ist sehr frustrierend, denn wir stehen schon seit Wochen in den Startlöchern, um Soforthilfe zu leisten.”

Schwerwiegende Defizite

An der Grenze der Region Tigray, sowohl in Äthiopien als auch im Sudan, leisten ZOA und Woord en Daad bereits erste Hilfe für Menschen, die aus Tigray und anderen Konfliktgebieten geflohen sind. In der Amhara-Region, die an Tigray grenzt, gibt es schätzungsweise 159.000 Binnenvertriebene, viele davon in informellen Lagern, in denen es ernsthafte Engpässe gibt.

Woord en Daad und ZOA haben sich zusammengetan, um rund um den Konflikt in Tigray Nothilfe zu leisten, sowohl in Äthiopien selbst als auch bei der Aufnahme von Flüchtlingen im Sudan. Gemeinsam mit der UN und anderen Hilfsorganisationen verstärken sie den diplomatischen Druck, um den Zugang zu erzwingen.

 

(Fotos von Joost Bastmeijer)

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