Esther: "Das ist das dritte Mal, dass Menschen fliehen müssen"

Letzten Montag wurde Esther Grisnich, die Landesleiterin im Irak, im niederländischen Fernsehen gezeigt. Dabei berichtete sie über den Zustrom von Flüchtlingen aus Nordostsyrien in den Irak und wie sich das auf das bereits instabile Land auswirkt. Es sei bereits das dritte Mal, dass Menschen fliehen müssen, so Esther. Wir haben den Beitrag hier zusammengefasst.

“Im Irak ist es bereits instabil. Sie können in den Medien sehen, dass es viele Demonstrationen gibt und die Armee dafür die ganze Aufmerksamkeit braucht. Das ist gefährlich. Denn gerade diese instabile Situation nutzt ISIS, um sich neu zu organisieren. So können Sie beispielsweise auch in der Nähe von Mosul sehen, dass Facebook-Seiten, die zuvor inaktiv waren, wieder auftauchen. Damit zeigen sie, dass ISIS aktiv rekrutiert. Sowohl in den Städten als auch in den ländlichen Gebieten. Gerade in Gebiete, in denen nur wenige Arbeitsplätze zur Verfügung stehen, ist ISIS Angebot, viel Geld zu verdienen, für viele Menschen sehr attraktiv.

Natürlich versuchen wir gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen, unserer Stimme Gehör zu verschaffen. Zum Beispiel, indem wir den Menschen einen Arbeitsplatz geben und an Friedensschaffungs- und Jugendinitiativen arbeiten. Aber das Gebiet ist so groß, dass es schwierig ist, alle zu erreichen. Und die Bedrohung ist groß.

Darüber hinaus schließen sich uns jetzt die Flüchtlinge aus Nordostsyrien an. Eigentlich ist es eine Krise nach einer anderen. Bereits mehr als 250.000 Menschen sind auf der Flucht und es wird erwartet, dass mindestens 50.000 Menschen die Grenze zum Irak überschreiten werden. Das Problem wächst wirklich und die Lager füllen sich.”

"Es ist so schmerzhaft mitansehen zu müssen, denn für manche ist es das dritte Mal, dass Menschen fliehen müssen. Zuerst vor den von Assad, dann vor ISIS und jetzt erneut."

“Viele Menschen bleiben in Flüchtlingslagern, aber immer mehr Menschen suchen auch Zuflucht in kaputten Zelten oder abgerissenen Gebäuden. Es ist so schmerzhaft mitansehen zu müssen, denn für manche ist es das dritte Mal, dass Menschen fliehen müssen. Zuerst vor den von Assad, dann vor ISIS und jetzt erneut.

ZOA ist bereits im Irak aktiv. Wir helfen den Flüchtlingen, die bereits dort waren, und auch den Menschen, die in ihre eigenen Dörfer zurückkehren, dort wieder ein Leben aufzubauen. Doch wir wollen uns auch für den neuen Flüchtlingsstrom einsetzen, zusammen mit anderen Organisationen in der Region.”

ZOA hat eine Nothilfekampagne für die Flüchtlinge aus Nordostsyrien gestartet. Denn der Winter steht vor der Tür, und es kann in der Gegend eisig kalt werden. Möchten auch Sie helfen? Sponsern Sie zum Beispiel ein Hilfspaket mit Ofen, Decken, Pfannen und Hygieneprodukten für 55,- €.

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