Corona in den ZOA-Ländern - Nigeria

Auch in Nigeria macht sich das ZOA-Team für den Fall einer Ausbreitung von Corona startklar. Eine Reihe bestehender Hilfsprojekte wurde an die neuen Standards angepasst, und die Wasser- und Hygieneeinrichtungen werden zurzeit ausgebaut. Darüber hinaus hat ZOA bereits Erfahrung mit früheren Ausbrüchen von Infektionskrankheiten in der Region, wie z.B. Cholera sammeln können. Sollte Corona in Nigeria weiter Fuß fassen, kann unser ZOA-Team die in diesen Notfällen gewonnenen Erfahrungen und Kapazitäten bereits nutzen, um COVID-19 so effektiv wie möglich zu bekämpfen.

 

Bis heute wurden in Nigeria 139 Corona-Fälle mit Sicherheit identifiziert. Doch es wird befürchtet, dass sich das Virus bereits weiter über das Land verbreitet hat, als offiziell festgestellt. Die Regierung hat bereits strenge Beschränkungen eingeführt, um die Ausbreitung von Corona in Nigeria so weit wie möglich zu verlangsamen.

Auswirkungen im Nordosten

Das ZOA-Team ist besonders im äußersten Nordosten aktiv, der durch den jahrelangen Konflikt zwischen der Terrorgruppe Boko Haram und der nigerianischen Regierung stark geschwächt ist. Wesentliche Einrichtungen wie Gesundheitszentren sind in der Regel nicht mehr verfügbar oder zugänglich. Die Ausbreitung von Corona in Nigeria würde hier besonders folgenschwer sein.

"Intensivstationen existieren in diesem Teil der Welt kaum."

Sollten besonders gefährdete oder alte Personen das Virus bekommen, sind sie bisher fast vollständig auf sich selbst angewiesen.

Drohende Katastrophe

Ein Ausbruch des COVID-19-Virus im Nordosten wird daher die Bevölkerung hart treffen. Denn viele Menschen, die in den letzten Jahren vor dem Konflikt geflohen sind, haben kaum einen Puffer, um sich gegen das Virus zu wappnen. Sie sind vollständig von humanitärer Hilfe abhängig oder erhalten ein absolutes Mindestgehalt, indem sie im informellen Sektor arbeiten. Der beunruhigende Mangel an funktionierenden Gesundheitszentren und Krankenhäusern wird eine weitere Katastrophe verursachen, wenn sich Corona in Nigeria schnell ausbreitet.

Wasser und Hygiene

“Da ZOA bereits seit mehreren Jahren viele Wasser- und Sanitärprojekte durchführt und ein gutes Verhältnis zur lokalen Bevölkerung hat, können wir schnell handeln”, sagt Landesdirektor Andries de Blaeij. “Darüber hinaus hat unser Team viel Erfahrung mit ähnlichen Infektionskrankheiten in der Region: In den letzten Jahren hat die Cholera während der Regenzeit erhebliche Auswirkungen in der Region gehabt. Unser ZOA-Team wird die während dieser Notfälle gewonnenen Erfahrungen und Kapazitäten nutzen, um COVID-19 so effektiv wie möglich zu bekämpfen.”

Bestehende Hilfe

Im Moment leistet ZOA noch so viel wesentliche Hilfe wie möglich. “Wir tun alles, was wir können. Wir versuchen, so viel wie möglich für die am meisten gefährdeten Menschen in diesem vergessenen Gebiet zu tun”, betont Andries. “Der Gouverneur hat alle gebeten, zu Hause zu bleiben. Doch unser Personal ist ausgeschlossen, weil wir wichtige Dienste für die Menschen leisten. Wenn das Virus in der Provinz Borno ausbricht, wird es für unsere Mitarbeiter sehr schwierig und risikoreich sein, weiterzumachen”.

Mit einigen Anpassungen kann ein Teil der Hilfe glücklicherweise fortgesetzt werden. So verteilt das ZOA-Team beispielsweise nach wie vor Kreditkarten für lebensnotwendige Lebensmittel. Die Arbeitsweise wird jedoch angepasst: Es werden mehr Verteilungen für kleinere Personengruppen organisiert. Wasser und Seife stehen zum Händewaschen zur Verfügung, und es auch in Nigeria ist “soziale Distanzierung” erforderlich.

“Wir versuchen, so viel wie möglich zu tun, bevor Corona in Nigeria wütet. Es gibt bereits Broschüren über COVID-19 in lokalen Sprachen wie Hausa und Kanuri, die unsere Mitarbeiter verwenden, um auf diese neue Krankheit aufmerksam zu machen”, erzählt Andries.

Ungewissheit

“Wir halten den Atem an, was in den kommenden Wochen und Monaten passieren wird”, sagt Andries. “Gleichzeitig tun wir alles, um die Risiken so weit wie möglich einzudämmen und die Bevölkerung so gut wie möglich vorzubereiten. Angesichts der miserablen Bedingungen droht eine weitere Katastrophe im Nordosten Nigerias. Aber so wie wir in den letzten Jahren dort waren, werden wir mit Gottes Hilfe auch in diesen unsicheren Zeiten dort sein. Wir werden die Schwächsten nicht im Stich lassen”.

 

Für uns bei ZOA kennt die Hilfe zur Selbsthilfe keine Grenzen. Auch in Zeiten der Pandemie durch das Corona-Virus lassen wir die Menschen nicht allein, die besonders gefährdet sind. Die Menschen sich selbst zu überlassen, ist für unsere ZOA-Teams keine Option. Auch wenn das bedeutet, dass sie sich selbst mitten in die herausfordernde Situation begeben müssen. 

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