Aufruf zur Wiedereröffnung von Schulen in Uganda

ZOA Uganda unterzeichnete zusammen mit 24 Organisationen einen gemeinsamen Aufruf, welcher die Wiedereröffnung von Schulen in Uganda fordert. Gegenwärtig sind die Schulen aufgrund der Angst vor der COVID-19-Pandemie noch immer geschlossen, und zwar bereits seit mehreren Monaten. Sie zwingt mehr als 15 Millionen Kinder, zu Hause zu bleiben.

Kinder, die längere Zeit nicht zur Schule gehen, sind zunehmend physischer, emotionaler und sexueller Gewalt ausgesetzt. Diese Erfahrungen hat ZOA über mehrere Jahre und in verschiedenen Projektländern gesammelt. Auch ihre psychische Gesundheit verschlechtert sich. Sie sind anfälliger für Kinderarbeit, Teenagerschwangerschaften und Kinderheirat und brechen seltener aus dem Teufelskreis der Armut aus.

Weitreichende Folgen geschlossener Schulen

In unserer Arbeit in ganz Uganda sehen wir, dass all dies gerade jetzt geschieht. Neben der Bildung kommt den Schulen eine wichtige Schutzfunktion für die Lernenden zu. Doch seit sie geschlossen wurden, ist die Zahl der Anrufe bei der 116 National Child Helpline um rund 70% gestiegen. Zudem beobachten wir eine steigende Zahl außerschulischer Kinder, die gefährliche Arbeiten in Steinbrüchen, auf Märkten und in Bergwerken verrichten. Und auch die Zahl der Mädchen, die zunehmend gezwungen sind, Sex gegen Bargeld, Lebensmittel oder sogar Hygieneartikel anzubieten, steigt. Heranwachsende erhalten keine Informationen über reproduktive Gesundheit und Schwangerschaft und Kinderheirat nehmen zu.

Ebenfalls beobachten wir eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit von Kindern. Denn sie können weder zur Schule gehen, noch mit ihren Freunden in Kontakt treten. Zudem können sie nicht absehen, wann sich die Situation ändert. Auch die die häusliche Gewalt durch Eltern nimmt zu, die durch die wachsende Armut und ihre Kinder, die zu Hause eingesperrt sind, gestresst sind.

Trotz der Bemühungen, das Lernen zu Hause fortzusetzen, lernen die meisten Kinder in dieser Zeit nicht effektiv und werden nicht ausreichend unterstützt. Die gegenwärtige Situation verschärft die Ungleichheit in der Gesellschaft, da viele Kinder – insbesondere die ärmsten und verletzlichsten – noch immer kein Lernmaterial erhalten haben und keinen Zugang zu Radio, Fernsehen oder Online-Lernangeboten besitzen.

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Aufruf zur Wiedereröffnung

Die Wiedereröffnung von Schulen und Lerneinrichtungen kann auch ein wichtiges Instrument sein, um die Verbreitung von COVID-19 einzudämmen. Viele Kinder zu Hause verfügen immer noch nicht über ausreichende Informationen über das Virus oder darüber, wie es verhindert werden kann. In den Schulen lernen die Kinder diese Praktiken am effektivsten – und können sie dann an den Rest des Haushaltes weitergeben. Zudem können Lehrer sicherstellen, dass die Kinder Informationen über gründliches Händewaschen, Berührungsverbot, Körperpflege und andere lebenswichtige Maßnahmen erhalten und diese auch praktizieren.

Darum haben sich mehrere Organisationen zusammengschlossen, um einen Aufruf zu starten. Sie haben eine schriftliche Erklärung vorgelegt, die darin besteht, die Schulen wieder zu öffnen und über Maßnahmen nachzudenken, die ergriffen werden können, um dies auf sichere Weise zu tun. Die vollständige Erklärung finden Sie anbei zum Download.

Uganda ist bereits seit einigen Jahren ein Projektland von ZOA. Die schwierige Lage aufgrund des Ausbruchs von Corona in Uganda ändert jedoch an unserer Bereitschaft, im Land zu helfen, nichts. In allen Ländern, in denen ZOA arbeitet, stehen Notfallteams für einen möglichen Corona-Ausbruch bereit. Wir arbeiten bereits intensiv an der Prävention, z.B. in Form von Handwaschplätzen, verbesserter Hygiene und sicheren Unterkünften. Wollen auch Sie helfen? Dann leisten Sie einen Beitrag zum Corona-Nothilfefonds.

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