Äthiopien: Neue Hoffnung, neue Herausforderungen

Wenn man an Äthiopien denkt, denkt man vielleicht an große Hungersnöte und Dürren. Das sind immer noch oft unsere ersten Bilder, wenn wir an Äthiopien denken. Aber wussten Sie, dass Äthiopien sich in den letzten Jahren bahnbrechend verändert hat? Wussten Sie, dass der Premierminister mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde? Dass das Land kürzlich den Weltrekord im Bäume pflanzen gebrochen hat? Lesen Sie mehr darüber, was in Afrikas zweitgrößtem Land gerade passiert und was ZOA dort tut.

Nach 20 Jahren Krieg: Frieden mit Eritrea

Der neue Premierminister, Dr. Abiy Ahmed, wurde Anfang April 2018 eingesetzt und hat das Land seitdem stark verändert. Ein Versprechen von ihm war, den Krieg zwischen Äthiopien und Eritrea zu beenden. Dieser Krieg hatte seit mehr als 20 Jahren angedauert. Seitdem spielt Äthiopien eine wichtige Rolle bei den Friedensgesprächen im Sudan. Kriegsparteien im Südsudan wurden an einen Verhandlungstisch gebracht. Außerdem wurden Friedensnachrichten in Länder wie dem Jemen gebracht, die ebenfalls vom Krieg zerrissen werden. In Äthiopien wurden Zehntausende politische Gefangene freigelassen, verbotene Medien und Parteien wurden wiedereröffnet und Oppositionsparteien wurden begrüßt. Im Moment bereitet sich das Land auf die Wahlen im nächsten Jahr vor.

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Eine wegweisende Flüchtlingspolitik

In Äthiopien lebt eine der größten Flüchtlings Bevölkerungen der Welt – die zweitgrößte in Afrika. Dennoch wurde erreicht, dass die Flüchtlinge nicht an Lager und die Verteilungen von Hilfsgütern gebunden sind. Sie können arbeiten, sich frei bewegen und zu der Gesellschaft beitragen.

Zu Beginn dieses Jahres hat Äthiopien eine neue Flüchtlingspolitik beschlossen. Dies öffnete neue Türen zur Unterstützung von Flüchtlingen und ZOA konnte eine Reihe innovativer Pilotprogramme starten. Mit unseren Projekten helfen wir Flüchtlingen, sich ihren eigenen Lebensunterhalt zu sichern. So können Menschen, die aus ihrer Heimat geflohen sind, auch in ihrem Gastland für ihr eigenes Einkommen und Unterhalt sorgen.

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Hilfsorganisationen können ihre Arbeit besser verrichten.

Ein wichtiger Meilenstein für Hilfsorganisationen in Äthiopien ist erreicht: Ein neues Gesetz wurde erlassen, durch welches sich Hilfsorganisationen an Lobbyarbeit und Advocacy beteiligen dürfen. Außerdem können internationale Hilfsorganisationen jetzt ihre Programme besser zusammen mit lokalen Hilfsorganisationen umzusetzen und es gibt weniger bürokratische Barrieren. Mit ZOA können wir so unsere Programme in Äthiopien nun mit lokalen Partnerorganisationen umsetzen. Wir halten das für wichtig, denn es baut lokale Kapazitäten auf. Außerdem wird das Land so weniger abhängig von internationalen Hilfsorganisationen wie ZOA.

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Neue Herausforderungen

In dieser hoffnungsvollen Zeit gibt es aber auch neue Herausforderungen in Äthiopien. Es braucht Zeit, um die bürokratischen Strukturen zu verändern, die Äthiopien jahrzehntelang geprägt haben. Die neue Regierung wird auf eine neue Art und Weise Handel betreiben und Gemeinschaften helfen. In vielen Bereichen gibt es mehr und mehr Spannungen, die zuvor unterdrückt wurden – auch in ZOA-Bereichen. So fliehen allein in der somalischen Region mehr als eine Million Menschen vor ethnischen Konflikten. ZOA hilft hier mit Hilfsprogrammen in großem Umfang. Wir sorgen dafür, dass die Menschen zumindest ein Dach über dem Kopf haben und dass Grundbedürfnissen wie Wasser und sanitäre Einrichtungen gestillt sind.

Eine andere Herausforderung in dieser Region ist Dürre. So hat ZOA hier sauberes Trinkwasser für Zehntausende von Menschen in Not bereitgestellt. In anderen Regionen gibt es Widerstand gegen die neue Flüchtlingspolitik. Deshalb sorgt ZOA dafür, dass unsere Hilfe gerecht auf diejenigen verteilt wird, die sie am meisten brauchen: sei es die Flüchtlinge selbst oder Aufnahmegemeinden in diesen Gebieten.

Wenn Menschen in abgelegenen Gebieten Hilfe, Hoffnung und Entlastung brauchen, können sie sich auf ZOA verlassen. Durch den Aufbau lokaler Kapazitäten und mit unserer Notfallarbeit wollen wir einen positiven Wandel bewirken: in den Bereichen, in denen wir arbeiten, und in den Menschen, denen wir helfen. Dies tun wir am liebsten Hand in Hand mit ihnen und mit unseren treuen Spendern!

>> Lesen Sie mehr über unsere Arbeit in Äthiopien