ZOAs Antwort auf COVID-19 weltweit

Das COVID-19-Virus hält die Welt in Atem. Dabei sind die Komplexität und die Folgen der Pandemie in den Krisengebieten, in denen ZOA arbeitet, noch größer. Oft sind unsere Einsatzländer von schlechter Hygiene, minimaler Gesundheitsversorgung und einer sehr begrenzten Anzahl von Krankenhausbetten gezeichnet. Zudem sind wir in überfüllten Flüchtlingslagern präsent, in denen es keine Möglichkeit gibt, Abstand zu halten. Sie benötigen Unterstützung mehr denn je. Denn für die Eindämmung der Pandemie ist weltweiter Einsatz nötig. Deshalb bleiben wir und reagieren, auch wenn restriktive Maßnahmen unsere Arbeit erschweren. Hier bekommt Ihr einen kurzen Überblick über die Situation und ZOAs Antwort auf sie in den Ländern, in denen wir arbeiten.

 

Afghanistan

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In Afghanistan ist es nahezu unmöglich, Sicherheitsabstand einzuhalten. Insbesondere Flüchtlings-Familien wohnen hier sehr dicht zusammen.

 

In den letzten Jahrzehnten kämpfte Afghanistan mit ständigen Konflikten, Armut und wiederholten Naturkatastrophen. Jetzt verschärft der Ausbruch von COVID-19 diese Bedingungen nur noch weiter. Binnenvertriebene, gefährdete Menschen und Flüchtlinge sind am stärksten gefährdet und werden ebenso am stärksten von COVID-19 betroffen sein (OCHA, 2020). Aufgrund der andauernden Konflikte ist das Gesundheitssystem Afghanistans unterentwickelt und landesweit kaum zugänglich. In Afghanistan steigt die Zahl der Infizierten rapide an. Ein noch größerer Anstieg wird erwartet, da im vergangenen Monat Tausende von Afghanen aus dem Iran, einem Land mit vielen Infektionen, ungestetet zurückkehrten (OCHA, 2020).

Die meisten Projekte kann unser ZOA-Team in Afghanistan in angepasster Form weiterführen. Mehrere Projekte ergänzten wir durch COVID-19 (verwandte) Aktivitäten. Außerdem startete das ZOA-Team in Afghanistan eine COVID-19-Sensibilisierungskampagne für Frauen in Selbsthilfegruppen und gefährdete Frauen. Die Frauen im Projektgebiet sind sich der Risiken und Gefahren des COVID-19-Virus oft nicht bewusst, weil sie keinen Zugang zu den Medien haben. Die Kampagne wurde gestartet, um arme Familien über die globale Pandemie aufzuklären. Die Kampagne besteht aus der Verteilung von Informationen mit Hilfe von Broschüren und Sensibilisierungsmaßnahmen, der Desinfektion von Häusern und der Verteilung von COVID-19-Kits (u.a. Seife zum Hände- und Wäschewaschen, Damenbinden und Masken).

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ZOA in Afghanistan

Burundi

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ZOAs Teams verteilten Hygienekits für Damen.

 

Die Mitarbeiter der ZOA-Teams in Burundi sind besorgt über einen möglichen Ausbruch von COVID-19 (und dessen Auswirkungen) im Land. Bislang ist die Zahl der offiziell bestätigten Coronafälle noch begrenzt. Viele Menschen befürchten jedoch, dass die Dunkelziffer der Koronainfektionen viel höher liegt. Im Gegensatz zu den Nachbarländern wurde in Burundi kein Lockdown ausgerufen. Doch eine Abriegelung würde in Burundi wahrscheinlich nicht greifen können. Denn das Armutsniveau im Land ist sehr hoch und so müssen die Menschen täglich nach Einkommen und Nahrung suchen, um überleben zu können.

Die Umsetzung unserer Projekte im Land geht vorerst weiter. Zudem ergreifen wir alle nötigen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen. Zum Beispiel sind Aktivitäten mit mehr als fünf Personen eingestellt worden. Die Wahlen (geplant für den 20. Mai) wurden fortgesetzt. Was das Risiko eines Coronaausbruchs betrifft, so schafft dies zusätzliche Unsicherheit, da die Zeit um die Wahlen dadurch gekennzeichnet ist, dass viele Menschen zusammenkommen.

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ZOA in Burundi

 

DR Kongo

Donation ceremony to KNU by WCM TGO Team 1440600

Trotz Ausnahmezustand verteilen unsere Teams im Kongo weiterhin lebensnotwendiges Material.

 

Im Kongo wurden bereits zahlreiche Fälle gemeldet, aber auch hier wird davon ausgegangen, dass noch viel mehr Menschen infiziert sind. Denn es gibt im Land nicht genügend Testkapazitäten, um genaue Daten zu erheben. Zunehmende Infektionen werden einen enormen Druck auf das bereits unterentwickelte Gesundheitssystem ausüben. Unterdessen sieht sich das Land mit Ausbrüchen von Ebola, Cholera, Masern und Malaria konfrontiert. In einigen Gebieten kommt noch hinzu, dass die Unsicherheit den Zugang zur Gesundheitsversorgung einschränkt. Zu den gefährdeten Gruppen gehören ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen, Vertriebene, Flüchtlinge und Menschen mit niedrigem Einkommen, die in überbevölkerten Gebieten leben (OCHA, 2020). Die Regierung hat bereits mehrere Präventivmaßnahmen ergriffen. Schulen, Kirchen und Restaurants sind geschlossen und Sitzungen dürfen nur mit maximal 20 Personen stattfinden.

Unser ZOA-Team im Kongo sieht die großen Auswirkungen von COVID-19 auf das Land. Bisher führen sie die Aktivitäten fort, unter Berücksichtigung, dass keine Sitzungen mit mehr als 20 Personen stattfinden dürfen. Außerdem werden im Rahmen der laufenden Projekte Maßnahmen zur Erläuterung von COVID-19 und der notwendigen Präventionsmaßnahmen ergriffen. Zurzeit prüft das Team kritisch, welche Aktivitäten in den Projekten in der kommenden Periode fortgesetzt werden können. Weniger ZOA-Mitarbeiter sind gleichzeitig vor Ort tätig, und die Reisen in die Projektgebiete sind begrenzt. Am 24. Mai hat der kongolesische Präsident den Ausnahmezustand verhängt, um den Ausbruch des Coronavirus einzudämmen.

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ZOA im Kongo

 

Kolumbien

Kolumbien_Fünf Fragen zu Corona

Venezuelas Flüchtlingen gehören in Kolumbien zu der meist-gefährdeten Gruppe.

 

In Kolumbien haben Gesundheitsbehörden vor den Auswirkungen gewarnt, die COVID-19 auf die vielen gefährdeten Migranten aus Venezuela haben, die sich derzeit im Land aufhalten. Kolumbien ist die Heimat von 1,8 Millionen Flüchtlingen und Migranten ohne Papiere. Diese Menschen haben oft keinen Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie Gesundheitsversorgung, Hygiene oder Nahrung. Mit der aktuellen COVID-19-Pandemie sind Flüchtlinge und Migranten noch verwundbarer geworden. Flüchtlinge riskieren die Gefahr, dass sie beschuldigt werden, das Virus weiter zu verbreiten (OCHA, 2020).

In Kolumbien arbeitet ZOA daran, auf die große Not zu reagieren, die durch die COVID-19-Pandemie entstanden ist. Seit dem 24. März befindet sich das ganze Land in Zwangsisolierung, in der Hoffnung, die Ausbreitung des Virus so weit wie möglich zu verhindern. Die Quarantänevorschriften sehen vor, dass eine Person pro Haushalt einmal pro Woche nach draußen gehen darf, um lebenswichtige Dinge zu kaufen. Alle nicht lebensnotwendigen Geschäfte wurden geschlossen. In Uribia, der nördlichsten Gemeinde Kolumbiens, leben 92,2% der Menschen in Armut und etwa 95% der Haushalte arbeiten im informellen Sektor. Diesen Haushalten ist es gesetzlich verboten, ihre Häuser zu verlassen, und es ist ihnen daher nicht möglich, zu arbeiten.

ZOA hat Anfang Mai ein Mehrzweck-Gutscheinprogramm gestartet, um 5.125 Menschen in den nächsten drei Monaten monatlich mit Lebensmitteln und anderen lebensnotwendigen Gütern zu versorgen. Dies ermöglicht es 800 Familien, während der Quarantäne sicher zu Hause zu bleiben. Die nationale Quarantäne wird bis zum 31. Mai und der Gesundheitsnotstand bis zum 31. August verlängert. Das Mehrzweckgutscheinprogramm wird durch die Einrichtung von 1500 Handwaschstationen im Haushalt ergänzt. Diese werden in einer Migrantensiedlung aufgestellt und an die 800 Familien verteilt, die monatlich Gutscheine erhalten.

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ZOA in Kolumbien

 

Äthiopien

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Hygienemaßnahmen wie Möglichkeiten zum Händewaschen gehören in Äthiopien zu ZOAs Hauptleistungen.

 

In Äthiopien wird COVID-19 wahrscheinlich das ohnehin schon fragile Gesundheitssystem überfordern und die Fähigkeit zum Umgang mit bestehenden Krankheiten wie Malaria, Durchfall und Cholera verringern. Zu den Menschen mit erhöhtem Infektionsrisiko in Äthiopien gehören Schulkinder, Lehrer, Krankenhauspersonal, Vertriebene, Flüchtlinge, Obdachlose und Bewohner informeller Siedlungen. Zudem bedrohen Heuschrecken die kommende Ernte (OCHA, 2020).

Die Arbeit von ZOA in Äthiopien wird durch den Ausbruch des Virus behindert. Einige Regionen in Äthiopien wurden abgeriegelt, wodurch der Zugang der ZOA zu Flüchtlingslagern und -gemeinden eingeschränkt wurde. Unser ZOA-Team in Äthiopien arbeitet in einer sich rasch verändernden und dynamischen Situation, die wahrscheinlich Anpassungen der laufenden Projekte erfordern wird. Wir bemühen uns um ein Gleichgewicht zwischen der Sicherheit und dem Wohlergehen unserer Mitarbeiter einerseits und der Erfüllung der ZOA-Mission andererseits.

ZOA-Teams in Tigray, Somalia, Oromia und Gambella klären lokale Gemeinschaften, Binnenvertriebene und Flüchtlinge proaktiv darüber auf, wie sie sich vor COVID-19 schützen können. Wir stellen Informationen auf Amharisch, Somali, Oromo, Nuer und Anuak zur Verfügung, damit jeder die Bedeutung des Händewaschens und der physischen Distanz verstehen kann. Wir stellen bereits an vielen Orten Wasser und Seife zur Verfügung und planen, unsere Reaktion auf COVID-19 auszuweiten.

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ZOA in Äthiopien

 

Irak

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Verteilungen während des COVID-19-Ausbruchs, Irak

 

Das irakische Gesundheitssystem ist stark unterfinanziert und für die Bewältigung eines medizinischen Großschadens ungeeignet. Das Gesundheitsministerium schätzt, dass seit den 1990er Jahren 20.000 Ärzte das Land verlassen haben. Selbst in normalen Zeiten steht deshalb nur wenig qualifiziertes Gesundheitspersonal zur Verfügung. Im Irak sind die Flughäfen geschlossen und die Bewegungsfreiheit innerhalb des Landes eingeschränkt, was bedeutet, dass man sich nur mit Erlaubnis ins Freie begeben darf. Außerdem sind Schulen und Geschäfte geschlossen und nur noch Supermärkte und Apotheken geöffnet. Der Irak ist eine verstädterte Gesellschaft, in der große Familien in einem Haus zusammenleben. Es ist schwierig, soziale Interaktionen zu verhindern (OCHA, 2020).

Mehrere ZOA-Projekte sind wegen der Krise ins Stocken geraten. Gemeindezentren dürfen nicht eröffnet werden, und landwirtschaftliche Programme liegen auf Eis, was die Bauern daran hindert, ihr Land zu bestellen. Doch einige wesentliche Arbeiten können von Hilfsorganisationen fortgeführt werden können. Dafür sind wir besonders dankbar! ZOA hat Lebensmittelpakete an Familien verteilt, die derzeit kein Einkommen mehr haben. Außerdem helfen wir in den Lagern bei der Verteilung von Hygieneboxen mit Seife und anderen nützlichen Produkten und informieren darüber, wie eine Kontamination verhindert werden kann.

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ZOA im Irak

 

Liberia

Liberia_Heuschreckenplage

Liberia hat bereits Erfahrung mit Pandemien – trotzdem ist COVID-19 eine Herausforderung für das gesamte Land.

 

Liberia erholt sich noch immer von dem Ebola-Ausbruch (2014-2016) und seinen negativen Folgen auf wirtschaftlicher, politischer und sozialer Ebene. Das Land ist derzeit relativ stabil, aber es gibt einen Mangel an grundlegenden Dienstleistungen, weit verbreitete Armut, geringes gegenseitiges Vertrauen, Korruption und jüngst regierungsfeindliche Proteste. Obwohl Liberia und seine Bevölkerung Ebola besiegt haben, scheint das Land auf COVID-19 nicht vorbereitet zu sein.

Am 8. April 2020 rief der Präsident Liberias den Ausnahmezustand für das gesamte Land aus. Reisen zwischen den Bezirken sind nicht mehr möglich. In den Bezirken Montserrado, Margibi, Nimba und Grand Kru müssen die Menschen zu Hause bleiben, und nur eine Person pro Familie darf sich maximal eine Stunde lang im Freien aufhalten. Regierungsbüros, Unternehmen und andere Institutionen sind so weit wie möglich geschlossen, und es stehen nur noch wesentliche Dienstleistungen zur Verfügung. Für viele Einwohner, vor allem in den Städten, bedeutet dies, dass sie nicht mehr zur Arbeit gehen können, kein Einkommen haben und daher nicht mehr für die Grundbedürfnisse ihrer Familie sorgen können. Darüber hinaus können die Abhängigkeit von Reisimporten, geringere Steuereinnahmen aufgrund reduzierter Exporte und ein lauernder Benzinmangel die Situation verschlimmern.

ZOA musste seine Aktivitäten vor Ort einschränken. Nur notwendige Besuche von Projektstandorten oder Aktivitäten, bei denen die ZOA und Partnerorganisationen nicht physisch anwesend sein müssen, werden weiterhin durchgeführt. Unser team stellte den Gemeinden Eimer zum Händewaschen und Zugang zu korrekten Informationen zur Verfügung. ZOA-Liberia ist strategisch gut positioniert, um bei der Reaktion auf COVID-19 eine Rolle zu spielen, und sieht für die Zukunft Interventionen zur Ernährungssicherheit vor. Die Regierung richtet Koordinationsstrukturen ein, um sicherzustellen, dass die ZOA und andere Partner die Interventionen koordinieren.

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ZOA in Liberia

 

Myanmar

Myanmar_Joseph und Elizabeths Gemüsegarten_3

In einem vergangenen Projekt in Myanmar  legten wir Hausgärten für Familien an

 

In Myanmar sind nur einige wenige Fälle von Infektionen bestätigt. Es ist schwierig, herauszufinden, wie sich das Virus in Myanmar verbreitet. Erst vor kurzem wurden in vier weiteren Städten Testeinrichtungen eingerichtet (zuvor waren Tests nur in der Hauptstadt Rangoon möglich). Der Zugang zur Gesundheitsversorgung ist gering, und die Ärzte sind ernsthaft besorgt über die Verfügbarkeit der notwendigen medizinischen und Schutzausrüstung. Es wird geschätzt, dass nur 200 Beatmungsgeräte im ganzen Land zur Verfügung stehen und dass diese Geräte nur in den drei größten Städten Myanmars verfügbar sind.

Viele Arbeitsmigranten kehren aus Thailand und China zurück, weil sie dort keine Arbeit mehr haben. Diese Menschen werden in öffentlichen Quarantäneeinrichtungen unter Quarantäne gestellt. Bisher betrifft dies etwa 50.000 Menschen.

Viele der ZOA-Projekte in Myanmar können wegen der COVID-19-Beschränkungen vorübergehend nicht weitergeführt werden. Im Rahmen laufender Projekte wird jedoch in enger Zusammenarbeit mit den Projektpartnern eine Reaktion auf COVID-19 eingeleitet. Im Projekt im Bundesstaat Kayin werden 1.500 Hygiene-Kits zur Verhinderung der Ausbreitung des Virus eingesetzt. Es wurden Vinylplakate und Broschüren mit Informationen über COVID-19 in der Landessprache verteilt. Außerdem wurden zwei Quarantänestationen mit Materialien und Schulungen unterstützt.

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ZOA in Myanmar

 

Nigeria

Nigeria_ZOAs Antwort auf COVID-19

Die Bevölkerung in Nigeria leidet besonders unter der Ausgangssperre.

 

In Nigeria tragen mehrere Faktoren zur Verbreitung von Krankheiten bei:

  • hohe Bevölkerungsdichte in städtischen Gebieten,
  • fehlender Zugang zu sauberem Wasser,
  • unzureichende sanitäre Einrichtungen,
  • ein schlecht funktionierendes Gesundheitssystem,
  • unzureichende Informationen und Präventivmaßnahmen sowie
  • traditionelle Praktiken

Diese Faktoren spielen vor allem in Konfliktgebieten eine Rolle. Es wird erwartet, dass COVID-19 den Druck auf die Gesundheitssysteme verschärft und Kapazitätsengpässe verstärkt (OCHA, 2020). Die Regierung hat strenge Beschränkungen eingeführt, um die Ausbreitung so weit wie möglich zu verlangsamen. Daher darf die nigerianische Bevölkerung nur zweimal pro Woche auf die Straße gehen, um Einkäufe zu erledigen.

Ein Teil des ZOA-Teams in Nigeria arbeitet von zu Hause aus. Um die Arbeit vor Ort fortsetzen zu können, muss bei der Regierung eine Genehmigung beantragt werden. Die Aktivitäten des ZOA in Nigeria können bis zu einem gewissen Grad fortgesetzt werden. Alle ZOA-Mitarbeiter werden über COVID-19 informiert und darüber, wie sie die Präventionsmaßnahmen am besten umsetzen können. Unser Team hat in Nigeria bereits viel Erfahrung mit Infektionskrankheiten wie Cholera sammeln können und setzt dieses Wissen und diese Expertise nun so effektiv wie möglich zur Bekämpfung von COVID-19 ein.

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ZOA in Nigeria

 

Südsudan

Südsudan - Aufnahmezentrum im Südsudan

Eine der Hauptaufgaben unserer Teams im Südsudan ist der Bau von Sanitäranlagen.

 

Das Hauptrisiko für die südsudanesische Bevölkerung in Bezug auf COVID-19 ist die hohe Bevölkerungsdichte in Lagern oder städtischen Gebieten. Dazu kommen ein mangelndes Bewusstsein, ein schlechter Gesundheits- und Ernährungszustand, unzureichende sanitäre Einrichtungen und unzureichende humanitärer Hilfe (OCHA, 2020).

Die Auswirkungen von COVID-19 auf das ZOA-Team sind spürbar. Luftraum- und Landgrenzen sind abgeriegelt, Schulen pausiert und alle Geschäfte (die keine Lebensmittel verkaufen) geschlossen. Außerdem besteht ein Versammlungsverbot. Doch ZOAs Arbeit kann fortgesetzt werden, da für die humanitäre Arbeit eine Ausnahme gemacht wird. Daher bleibt unser Team vor Ort.

So wurde zum Beispiel während einer Verteilung in Pibor und Yei wurde in kleinen Gruppen Sensibilisierungsarbeit geleistet. Das Team sensibilisiert für den Umgang mit Menschen, die sich infiziert haben und dafür, wie man Stigmatisierung verhindert. Darüber hinaus werden WHO-Informationskarten zu COVID-19 in der Landessprache verteilt.

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ZOA im Südsudan

 

Sri Lanka

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Beratung mit Partnerorganisationen, Sri Lanka

Sri Lanka befand sich ab dem 20. März fast zwei Monate lang unter vollständiger Abriegelung und Ausgangssperre. Ab Mitte Mai lockerte die Regierung mehrere Maßnahmen. Ein Teil der Bevölkerung kann unter Einhaltung der Sicherheitsrichtlinien langsam wieder ihren regulären Aktivitäten nachgehen. Zwei Distrikte sind jedoch nach wie vor vollständig abgeriegelt, und es ist noch nicht möglich, zwischen verschiedenen Distrikten zu reisen. Eine Ausnahme gilt für ZOA-Mitarbeiter, die zwischen den Distrikten reisen. Die Schulen sind noch nicht geöffnet und Gruppentreffen sind noch nicht erlaubt.

Die meisten unserer ZOA-Mitarbeiter können weiterhin im Büro arbeiten. Doch die regulären Programmaktivitäten in Sri Lanka sind wegen COVID-19 noch nicht wieder aufgenommen worden. Das ZOA-Team in Sri Lanka konzentriert sich auf die Umsetzung der COVID-19-Reaktionsaktivitäten. So haben beispielsweise 1.100 Flüchtlinge ein Lebensmittelpaket erhalten; mehr als 6.200 Saatgutpakete wurden verteilt, um die Hausgärtnerei zu fördern; Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind, wurde psychosoziale Unterstützung gewährt, und es wurden Informationen über Präventionsmaßnahmen für COVID-19 und die Richtlinien der Regierung bereitgestellt.

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ZOA in Sri Lanka

 

Sudan

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Gewürze am Markt in Karthoum, Sudan

Im Sudan sind bereits zahlreiche COVID-19-Infektionen bestätigt worden. Neben dem COVID-19-Virus ist der Sudan anfällig für andere Ausbrüche von Krankheiten wie Cholera, Malaria und Masern. Zudem fehlt dem Sudan das notwendige medizinische Personal, um mit Ausbrüchen fertig zu werden. Infektionen mit dem COVID-19-Virus können dazu führen, dass Krankenhäuser für andere Patienten geschlossen werden. Zudem leben 1,1 Millionen Flüchtlinge in überbevölkerten Gebieten, was das Risiko einer Ausbreitung erhöht (OCHA, 2020).

Das ZOA-Team im Sudan ist ebenfalls vom COVID-19-Virus betroffen. Das Team darf noch im Büro arbeiten, aber die Zahl der anwesenden Personen wurde begrenzt. Der Flughafen im Sudan ist geschlossen, und die Zahl der Mitarbeiter, die zum Einsatzort reisen können, ist begrenzt. Treffen mit mehr als 10 Personen sind verboten, und es besteht eine Ausgangssperre. ZOA beginnt zurzeit mit Präventions- und Sensibilisierungsmaßnahmen.

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ZOA im Sudan

 

Syrien

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In Syrien ist ein Einhalten des Sicherheitsabstandes fast unmöglich.

 

Syrien ist geprägt von anhaltender Vertreibung, überfüllten Lagern und Dörfern und einer hohen Verwundbarkeit der Menschen in weiten Teilen des Landes. Das Risiko eines COVID-19-Ausbruchs ist daher hoch. Nach neun Jahren der Krise ist das fragile Gesundheitssystem Syriens schwer gestört und nicht in der Lage, angemessen auf einen weit verbreiteten COVID-19-Ausbruch zu reagieren. Ungefähr 90% der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Die Auswirkungen von COVID-19 werden die schlechte wirtschaftliche Lage nur noch weiter verschlimmern (OCHA, 2020). Die Gesamtzahl der geschätzten IC-Betten in Syrien beträgt 325, und die gesamte Behandlungskapazität wird auf 6.500 Patienten geschätzt (OCHA, 2020).

In Syrien wird die Bedrohung durch COVID-19 sehr ernst genommen. Büros, Geschäfte und Schulen wurden geschlossen und soziale Distanzierung betrieben. Auch die Grenzen zu Jordanien und zum Libanon sind abgeriegelt, und die Flughäfen sind geschlossen. Das ZOA-Büro ist teilweise geschlossen, und die Mitarbeiter können sich kaum innerhalb des Landes bewegen. Die meisten ZOA-Projekte wurden pausiert. Nur die dringendsten Interventionen können durchgeführt werden. Die humanitäre Gemeinschaft arbeitet zusammen, um die Bereitstellung lebenswichtiger Hilfe in Syrien fortzusetzen. Wir versuchen, die Ausbreitung des Virus durch Hygieneaufklärung und die Verteilung von Hygienematerial zu verlangsamen. Außerdem arbeitet ZOA an der Verbesserung der Wasserversorgung.

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ZOA in Syrien

 

Uganda

Flüchtlinge in Uganda
Flüchtlinge in Uganda

Aufgrund von COVID-19-Maßnahmen in Uganda wurden Grenzen und Schulen geschlossen. Eine Reise in die Projektgebiete innerhalb Ugandas ist nicht möglich. Die meisten ZOA-Mitarbeiter in Uganda können von zu Hause oder im Büro arbeiten, damit sie die Begünstigten weiterhin unterstützen können.

Bei fast allen Projekten kommt es zu Verzögerungen bei der Durchführung der Aktivitäten. Dies gilt insbesondere für Gruppenaktivitäten und Schulungsaktivitäten, die verschoben werden müssen. Die meisten Aktivitäten zur Sicherung des Lebensunterhalts können fortgesetzt werden. Dies ermöglicht es den Begünstigten zum Beispiel, während der kommenden Regenzeit Samen auszusäen.

In Uganda werden derzeit Projekte speziell für die Reaktion auf COVID-19 durchgeführt. Das Team konzentriert sich auf die Unterstützung der Gemeinden durch die Verteilung von Hygienematerial.

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ZOA in Uganda

 

Jemen

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Im Mai kam es im Jemen zu schlimmen Überschwemmungen – eine zusätzliche Belastung neben COVID-19.

 

Im Jemen benötigen 80% der Bevölkerung humanitäre Hilfe, doch nur 50% der Gesundheitseinrichtungen sind voll funktionsfähig. Dies macht die jemenitische Bevölkerung sehr anfällig für weit verbreitete Krankheiten. Vertriebene, die in überfüllten informellen Lagern leben, sind besonders gefährdet. Derzeit leben im Jemen 3,6 Millionen Binnenvertriebene. Als Vorsichtsmassnahme wurde eine teilweise Abriegelung vorgenommen. Schulen im Jemen wurden geschlossen, Passagierflüge verschoben und Landgrenzen abgeriegelt (OCHA, 2020).

Das ZOA-Team arbeitet an Notfallplänen für den Fall eines Ausbruchs des Virus im Jemen. Ein Teil des ZOA-Teams arbeitet bereits zu Hause. Projektaktivitäten, bei denen viele Menschen zusammenkommen müssen, wie z.B. Schulungen, werden verschoben. Verschiedene Aktivitäten der ZOA werden so durchgeführt, dass das Bewusstsein für COVID-19 bereits berücksichtigt wird.

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ZOA im Jemen

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