ZOA Deutschland erhält erneut Förderung im Südsudan

2019 begann ZOA, sich für die Versöhnung verfeindeter Stammesgruppen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Gebiet von Pibor im Zentrum des Südsudan einzusetzen. Jetzt hat ZOA Deutschland eine weitere Förderung zur Durchführung von umfangreichen Aktivitäten im Projektgebiet erhalten. Das Förderprogramm „Zivik“ des Instituts für Auslandsbeziehungen stellt uns dafür im kommenden Jahr Mittel des Auswärtigen Amtes zur Verfügung.

Die politische und gesellschaftliche Lage im Südsudan ist nach wie vor sehr angespannt und von vielen lokalen Konflikten geprägt. In einem groß angelegten Friedens- und Versöhnungsprojekt hatte sich ZOA in den vergangenen Jahren auf Lebensmittelhilfen und die Grundbildung von besonders notleidenden Menschen wie Kindern, Jugendlichen und Müttern konzentriert. Mit dem Zivik-Projekt setzen wir uns jetzt für eine längerfristige Veränderung hin zu einem friedlicheren Zusammenleben ein. Im kommenden Jahr wird das Projekt in die zweite Phase gehen. Damit können wir langfristig positive Veränderungen in der gesamten Region bewirken, in der die Menschen durch immer wiederkehrende Gewaltausbrüche im einem Teufelskreis von Konflikt und Armut gefangen sind. Das wollen wir ändern.

 

Südsudan_Corona im Südsudan

Gründe für innergemeinschaftliche Konflikte

Das Pibor-Gebiet ist Teil des größeren Staates Boma. Die hier ansässige Gemeinschaft wird Murle genannt und lebt überwiegend von der Weideviehhaltung. Insgesamt bauen die Murle nur sehr wenige landwirtschaftliche Produkte an. Denn die Haupterwerbsgrundlagen sind die Viehzucht, das Sammeln von Wildobst und die Jagd. Zudem ist das Angeln eine wichtige Aktivität während der Regenzeit. Aber die Gemeinschaft beginnt langsam zu erkennen, dass sie Nahrungsmitteln anbauen muss, um ihren Nahrungsbedarf zu decken. Noch zählen die Murle aber besonders Rinder als Symbol für Vermögen und Status. Dabei gilt: je mehr jemand besitzt, desto mehr respektiert die Gesellschaft ihn. Zudem nutzen die Murle Rinder auch für die Zahlung der Mitgift. Daher sind sie ein wichtiges Gut für junge und alte Männer. Die Murle sind eine polygame Gesellschaft, in der die Anzahl der Ehefrauen von der Fähigkeit abhängt, Mitgift zu zahlen. Töchter werden als gewinnbringend angesehen. Daher gibt es regelmäßig frühe und erzwungene Ehen.

Kindesentführungen und Rinderraub

Da Rinder ein wertvolles Gut darstellen, entstehen daraus viele inner- und intergemeinschaftliche Konflikte. Sie reichen von Rinderraub über Kindesentführungen und den Kampf um Ressourcen wie Weiden und Wasser. Häufig werden Kinder aus zwei Gründen entführt: Wenn es sich um ein Mädchen handelt, erhöht dies die Chance der Familie, während der Mitgiftzahlung mehr Rinder zu bekommen. Wenn Jungen entführt werden, erhöhen sie die Zahl der Jugendlichen, die während der Angriffe für die Gemeinschaft kämpfen können. Oft bleiben die entführten Kinder in den Gemeinden, in die sie verschleppt wurden. Neben den psychologischen Schäden durch den Verlust der Familie gibt es für diese Kinder auch kaum Aussicht auf Schulbildung und berufliche Chancen.

Die Projektförderung

Die Fördersumme für das Projekt beträgt gut 170.000€. Davon werden über 155.000€ von ZIVIK gefördert. 15.000€ trägt ZOA Deutschland aus eigenen Mitteln bei.

 

Partner und Netzwerke

Partner_Ifa_Zivik

 

Maßgeblicher Förderer unseres Projektes der Versöhnung verfeindeter Stammesgruppen im Südsudan ist das ZIVIK-Programm des Instituts für Auslandsbeziehungen. ZIVIK stellt uns hierfür Mittel des Auswärtigen Amtes zur Verfügung.

 

Für uns bei ZOA kennt die Nächstenliebe keine Landesgrenzen: Wir helfen Opfern von Naturkatastrophen und bewaffneten Konflikten auf der ganzen Welt. Das fängt bei der Soforthilfe an, aber wir bleiben auch dann noch, bis die Menschen wieder auf eigenen Beinen stehen.

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