Wenn Corona einem Projekt im Wege steht

finden wir einen anderen Weg.

Corona hat einen enormen Einfluss auf unsere Projekte in Liberia. Normalerweise bekommen Kinder hier täglich eine nahrhafte Mahlzeit in der Schule. Nun, da die Schulen seit März wegen Corona geschlossen sind, können die Kinder nicht mehr am Unterricht teilnehmen und auch ihre Schulmahlzeiten fallen aus. Das ZOA-Team in Liberia ließ sich davon aber nicht abhalten und fand einen neuen Weg: “Dann bringen wir die Lebensmittel doch einfach zu den Kindern nach Hause!”

 

Bildung in Liberia

Für viele Kinder in Liberia ist es keine Selbstverständlichkeit, Zugang zu Bildung zu besitzen; etwa 15 bis 20 Prozent der Kinder zwischen 6 und 14 Jahren gehen nicht zur Schule, und nur 54 Prozent der liberianischen Kinder erhalten in der Grundschule einen Abschluss. ZOA sah hier eine Gelegenheit und begann, Mahlzeiten während der Schulzeit anzubieten. Dies sorgt nicht nur für eine bessere Konzentration, sondern motiviert die Kinder auch, öfter in die Schule zu kommen. Weil Kinder häufiger zur Schule gehen, entwickeln sie sich besser und haben in Zukunft mehr Chancen. “Das Konzept ist wundervoll!”

 

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Gegenwärtige Situation

Nach vielen Beratungen mit Ministerien, Partnerorganisationen und Schulen beschloss ZOA, Familien mit “Take Home Rations” anstelle der täglichen Schulspeisung zu versorgen. Einmal im Monat werden die Eltern schulpflichtiger Kinder in den Schulen empfangen, um das Essen abzuholen. Die Portionen wurden verdoppelt, da ZOA davon ausgeht, dass das Essen auch mit anderen Familienmitgliedern geteilt wird.

Bei den Essensausgaben wird sichergestellt, dass die Richtlinien der Regierung zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus eingehalten werden; Kollegen und Freiwillige tragen Gesichtsmasken und Handschuhe, es gibt Einrichtungen zum Händewaschen, die Temperatur der Eltern wird gemessen und es wird darauf geachtet, dass alle einen angemessenen Abstand zueinander einhalten. Wenn die Schulen wieder öffnen, werden wieder Mahlzeiten während der Schulzeit verteilt.

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Zusätzliche Auswirkungen

Neben der Bereitstellung von Nahrungsmitteln für gefährdete Kinder und Familien haben die Take-Home-Rationen auch einen emotionalen Wert. Denn die Familien fühlen sich von ZOA unterstützt, selbst in schwierigen Zeiten. Zudem werden Produkte wie Maniok und Bohnen, die in die Schulmahlzeiten eingehen, vor Ort produziert und verarbeitet. Damit ist sichergestellt, dass die lokalen Bauern und Kleinverarbeiter ihre Absatzmärkte behalten und so ein Einkommen haben, mit dem sie ihre Familien ernähren können. Zusätzlich verringern die Nahrungsmittel die Notwendigkeit für die Familien, auf den Markt zu gehen (oft überfüllte Gebiete), wodurch das Risiko einer Ansteckung oder Verbreitung des Coronavirus verringert wird.

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Auf der ganzen Welt werden unzählige Kinder auf der Flucht geboren. Ihre Zukunft ist ungewiss: Tausende von Kindern sterben jedes Jahr an einem Mangel an Nahrung oder sauberem Trinkwasser. ZOA ist kleinen und größeren Flüchtlingen treu und hilft mit Schulmahlzeiten, sauberem Trinkwasser und Unterkünften.

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