Reinier: Mut auch ohne Zeitung

Kriege, Ungerechtigkeit, Klimawandel, Hunger, Pandemien – die Probleme der Welt sind größer, als dass über sie hinwegsehen könnte. Täglich lesen wir über sie in der Zeitung. Dies kann schnell dazu führen, dass Sie sich machtlos und verzweifelt fühlen. Wie behalten Sie Ihren Mut inmitten dieser Welt? In diesem Blog gibt der Theologe und Schriftsteller Reinier Sonneveld einen Tipp, um Mut zu bewahren. “Ein Soldat, der gegen eine Armee kämpft, verliert den Mut. Ein Soldat kann nur gewinnen, wenn er gegen einen Soldaten kämpft.”

Nachrichten

Wir haben vor kurzem unsere Zeitung zu Hause abbestellt. Ich bin seit fünfundzwanzig Jahren ein leidenschaftlicher Zeitungsleser, schon seit ich ein Teenager war. Aber es wurde zu viel. Jeden Tag mit hundert alten und neuen Problemen anzufangen, gegen die man selbst nur sehr selten etwas tun kann… Das ist, als würde ich jeden Tag mit einem Gefühl der Ohnmacht und des Defizits beginnen. Psychologisch gesehen ist das so ziemlich die ungesündeste Art, aufzustehen.
Zugegeben, ich weiß noch nicht, wie wir uns weiter über “die Lage in der Welt” informieren werden. Ich frage mich auch, ob wir das sollten. Vielleicht ist das nur ein Verkaufsargument der Zeitungen und Zeitschriften. Natürlich denken sie, dass man Nachrichten “konsumieren” sollte – das ist ihr Job. Aber bis vor kurzem ging es der Menschheit auch gut, ohne dass sie alle Probleme der Welt kannte. Deshalb rege ich zum Nachdenken an: Brauchen wir als Menschen tatsächlich so große Mengen an Nachrichten?
Mein Eindruck ist, wenn ich weniger Nachrichten konsumiere, kann ich mich mehr auf die wenigen Stellen konzentrieren, auf die ich Einfluss habe. Die Nachrichten lähmen mich und mit weniger Zeitungsartikeln und Tagebucheinträgen kann ich mich besser umschauen, in meiner unmittelbaren Umgebung und mich dort engagieren. Mit anderen Worten: Ich kann ein bisschen mutiger werden.

Stephen Covey

Das Wesentlichste, was mich den Mut verlieren lassen kann, ist das Ausmaß der Probleme, die in der Zeitung dargestellt werden. Es gibt eine immense Menge an Elend, aber meine Arme sind so schwach und meine Kraft ist nicht unendlich. Jeden Tag steht mir nur eine begrenzte Menge an Mitgefühl zur Verfügung, und ich kann mich nicht stetig überanstrengen. Zudem hat der Tag hat nur 24 Stunden.
Es gibt einen Selbsthilfe-Guru, Stephen Covey, der den Begriff “Einflusskreises” geprägt hat hat. Das ist immens. Es gibt eine ganze Menge Dinge, die man konsumieren kann. Bei mir ist es zum Beispiel fast jeder Artikel in jeder Zeitung, den ich in der Vergangenheit gelesen habe. Doch im Inneren gibt es einen sehr kleinen Kreis von Dingen, die mich wirklich berühren. Die Dinge wiederrum, auf die ich auch einen Einfluss haben kann, sind mein Einflusskreis. Covey sagt, dass eigentlich alles außerhalb dieses inneren Kreises zu einem “Energieleck” werden kann. Zwar berührt es Sie, aber Sie können es nicht ändern. Nur in diesem sehr kleinen Bereich Ihres Einflusskreises können Sie etwas bewegen. Und genau darauf sollten Sie Ihr Augenmerk richten.

Einflussbereich

Jesus meinte, so glaube ich, so etwas Ähnliches, als er sagte, wir sollten uns nicht um das Morgen sorgen. Denn das liegt außerhalb unseres Einflussbereichs. Stattdessen sollten wir uns nur auf Gottes Reich heute konzentrieren. Denn das liegt innerhalb unseres Einflussbereichs.
Ein Soldat, der gegen eine Armee kämpft, verliert den Mut. Ein Soldat kann nur gewinnen, wenn er gegen einen Soldaten kämpft.
Wenn ich mit ‘den Problemen der Welt’ oder ähnlichem zu kämpfen habe, verliere ich den Mut. Aber was ich tun kann, ist einer einzelnen Person zu helfen. Was glauben Sie, wieviel Unterschied würde diese Denkweise bewirken, wenn wir sie alle beherzigen? Bewahren Sie den Mut!

Mut. Das ist es, was wir in dieser unsicheren Zeit brauchen. Es ist wichtig, sich gegenseitig zu ermutigen, um neuen Mut zu fassen, sowohl in der Nähe als auch in der Ferne. Gemeinsam wollen wir auch für Menschen in Krisengebieten da sein, die Gefahr laufen, den Mut zu verlieren. Helfen Sie uns dabei?

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