Sandra Vogt: "ZOA kann Hoffnung für die Zukunft geben"

Als Manager Institutional Relations ist sie regelmäßig in Krisengebieten unterwegs. In der Reihe der ZOA-Mitarbeiter haben wir diesmal Sandra Vogd interviewt. Sie fühlt sich bei jedem Arbeitsbesuch darin bestätigt, dass sie ihre Arbeit gerne macht.
Wir haben sie nach ihren Motivationen und Gedanken gefragt:

1. Dafür tue ich das!

“Ich habe das Privileg, unsere Projekte von Zeit zu Zeit besuchen zu können. Eigentlich ist jeder Feldbesuch eine Bestätigung darin, dass ich meine Arbeit gerne mache. Beispiele dafür gibt es einige: Die Fischer in Sri Lanka, die durch ZOAs Hilfe von guten Darlehen profitieren können. Menschen im Irak, die gerade in ihre (kaputten) Häuser zurückgekehrt sind, nachdem die IS ihre Heimat besetzt hat. Jetzt haben sie mit Hilfe von ZOA wieder Zugang zu sauberem Trinkwasser. Oder Liberia, wo ich gegen Ende der Ebola-Zeit war. Daneben empfinde ich so viel Dankbarkeit für die Treue unserer Kollegen. Sie kamen immer wieder und versuchten auf verschiedene Weise, Lebensmittel zu verteilen. Und das sogar unter Einsatz ihres eigenen Lebens, wie einer meiner Kollegen erzählte. Denn er hatte 6 Wochen lang in der Scheune neben seinem eigenen Haus und seiner eigenen Familie gelebt, weil er nicht die Gefahr der Übertragung einer Infektion eingehen wollte. Zusammen mit und auch für diese guten Kollegen auf diesem Gebiet arbeite ich in Apeldoorn (Niederlande).”

 

Uganda_Sandra auf Durchreise in Uganda
Sandra auf der Durchreise in Uganda

2. Momente, in denen ich zurück nach Hause wollte

Im Jahr 2009 war ich mit einer Gruppe junger Menschen im Südsudan. Vielleicht war es im Nachhinein nicht die beste Entscheidung, zwei Wochen lang mit einer Gruppe in einem angeschlagenen Land zu reisen. Denn wir verfügten kaum über eine grundlegende Ausstattung und auch die Sicherheit war nicht optimal. Zudem fühlte ich mich und war auch verantwortlich für sie. Als ich sie zu meiner Familie oder Freunden am Flughafen Schiphol brachte, war ich wirklich erschöpft und alles, woran ich denken konnte, war, jetzt endlich nach Hause zu kommen!

3. Diese Geschichte werde ich nie vergessen

Ich versuche, von jedem Feldbesuch mindestens eine Geschichte und eine Person mit nach Hause zu nehmen. Ich fand die Geschichte von Jean Baptiste aus Burundi sehr beeindruckend. Bereits als junger Mann musste er mehrmals fliehen und hatte seine ganze Familie verloren. Im Alter von 18 Jahren weigerte er sich, Mitflüchtlinge zu verraten, indem er sie als Hutu- oder Tutsi ausgab. Obwohl er wusste, dass seine Handlungen ihn ins Gefängnis bringen würden, was auch geschah. Eine weitere Geschichte kommt aus Liberia. Dort traf ich 2008 eine Frau mit großen Zukunftsplänen. Mit etwas Geld und Unterstützung durch ZOA hatte sie begonnen, die Bauern zusammenarbeiten zu lassen, und sie hatte einen zusätzlichen Raum an ihrem Haus gebaut. Dies war der Beginn einer Art Bauerngenossenschaft. Sie stand in diesem Raum und erzählte mir von ihrem Traum. 9 Jahre später war ich wieder in Liberia und traf sie. Inzwischen hatte sie, immer noch mit Hilfe von ZOA, ein gut laufendes Unternehmen aufgebaut, viele Menschen beschäftigt und sich einen guten Ruf erworben. Sie ist sehr glücklich, dass ZOA sie dabei unterstützen konnte.

4. Darum bin ich stolz auf ZOA

ZOA leistet gute Arbeit für Menschen, die sich nicht dafür entschieden haben, in einem Krieg zu leben und schon gar nicht eine Naturkatastrophe zu erleiden. ZOA kann Hoffnung für die Zukunft geben. Manchmal zwar nur im Kleinen, manchmal aber auch bei großen Projekten. Auf jeden Fall immer mit den Menschen im Blick, für die wir uns einsetzen.

Sri Lanka Hochzeit Sandra Vogt
"Das sind alles (ehemalige) Kollegen des ZOA Sri Lanka auf der Hochzeit eines Kollegen. Von den 1000 Gästen war ich die einzige weiße Person."

Sandra Vogt ist Mitarbeiterin von ZOA in den Niederlanden.
Für uns bei ZOA kennt die Nächstenliebe keine Grenzen: Wir helfen Opfern von Naturkatastrophen und bewaffneten Konflikten auf der ganzen Welt. Das fängt bei der Soforthilfe an, aber wir bleiben auch dann noch, bis die Menschen wieder auf eigenen Beinen stehen.

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