„Der tapfere Brang Aung aus Myanmar kann alles ertragen!“

Dorfbewohner nennen Brang Aung aus Myanmar nicht nur einen „Mann Gottes“, sondern auch sehr mutig. „Er hat viel ertragen und alles überlebt, sogar einen Angriff eines Wildschweins!“ Ihm mögen zwar ein paar Finger fehlen, aber seine Lebensgeschichte ist in der Tat sehr speziell…

Brangs Wiege stand in einem Dorf in der Nähe von Hpa Kant im Bundesstaat Kachin. Er gehört zu einer der vielen ethnischen Gruppen in Myanmar, den Kachin. Sein Vater starb, als Brang 19 Jahre alt war, und er musste den Lebensunterhalt für seine Familie verdienen. Im Alter von 22 Jahren wurde er gezwungen, der KIA beizutreten, dem bewaffneten Zweig der Organisation, die die Interessen der Kachin verteidigt. “Das war eine harte Zeit. Als Nachfolger von Christus fand ich es schrecklich, Menschen zu töten. Ich habe mehrmals versucht zu fliehen, bin aber gescheitert.” Eines Tages wurden er und andere von der burmesischen Armee verhaftet, die sich auf einen speziellen Artikel des Gesetzes berief, um politische Aktivisten zu verhaften. Das Urteil? Eine fünfjährige Haftstrafe. “Ich betete um Befreiung und vertraute darauf, dass Gott einen Weg für mich finden würde.”

 

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Taufgottesdienst im Gefängnis

Die Entlassung war noch nicht absehbar, aber Gott ebnete einen besonderen Weg. Brang begann im Bamma-Gefängnis zu evangelisieren und viele Gefangene kamen zum Glauben an Christus. Er fragte sogar, ob er im Gefängnis einen Taufgottesdienst abhalten dürfe, und das wurde erlaubt! “Ich lud einen Pastor ein, den Gottesdienst zu leiten, und zu meiner Freude ließ sich fast ein Drittel der Gefangenen taufen.” Nun, da er auf den Geschmack gekommen war, organisierte er wöchentliche Gottesdienste und Weihnachtsfeiern. Nach 2,5 Jahren wurde er jedoch in ein Gefängnis in Mandalay verlegt, wo er nicht die gleichen Möglichkeiten hatte.
Als seine Strafe vorüber war, beschloss Brang Aung, nicht nach Hause zurückzukehren. “Natürlich wollte ich meine Familie wiedersehen, aber als ich zurückkam, hätte ich mich wieder der KIA anschließen müssen und das wollte ich nicht.” Stattdessen ging er auf eine Bibelschule in Mandalay, der zweitgrößten Stadt Myanmars.

"Brang Aung hat selbst viel durchgemacht, aber er hilft anderen immer wieder."

Gemüsehändler

Dann ließ sich Brang Aung in der Provinzstadt Taungoo nieder, und zwar aus zwei Gründen: Er wollte den Menschen vom Evangelium erzählen, und er konnte dort als “Gemüsehändler” arbeiten, also als jemand, der zwischen den Bauern und den Händlern der Stadt vermittelt. Das bedeutete ständiges Hin- und Herpendeln, was beim bewaffneten Zweig der Organisation, die sich für die Volksgruppe Karen einsetzt, Misstrauen erweckte. Sie verdächtigten ihn, für die burmesische Armee zu spionieren. “Zum Glück ließen sie mich schnell wieder frei, als sie entdeckten, dass ich nur mit Gemüse und anderen Feldfrüchten handelte.”
In der Zwischenzeit verdiente sich Brang Aung ein zusätzliches Einkommen durch saisonale Arbeit auf einer Kardamom-Farm. Nach einiger Zeit bekam Brang Aung sogar ein Stück Land in der Nähe des Dorfes Lel Kho Doe Kar, auf dem er ein Haus baute. Er heiratete seine jetzige Frau und zusammen bekamen sie drei Kinder.

20201216_Myanmar_Brang Aung Familie
Brang Aungs Familie

Aktiv bei ZOA

Brang Aung entpuppt sich als Mann der zwölf Künste, aber zum Glück nicht der dreizehn Unfälle. Derzeit verkauft er Fisch und stellt Fischpasten her. Außerdem arbeitet er – ehrenamtlich – als Betriebs- und Wartungsingenieur an einem Wasserprojekt des ZOA. Er ist im Wasserkomitee aktiv, das der Gemeinde des Dorfes Lel Kho Doe Kar hilft, das Wassersystem richtig und hygienisch zu nutzen. Im Jahr 2020 installierte ZOA eine mechanische Wasserpumpe in diesem Dorf.

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Da Brang Aung gute Fähigkeiten für Motorreparaturen hat, wurde er mit dieser Arbeit betraut. Er beteiligt sich auch aktiv an sozialen Aktivitäten im Dorf; unter anderem ist er Diakon in der Kirche. Die Dorfbewohner respektieren ihn. “Er hat schon viel durchgemacht, aber er hilft anderen immer mit guten Worten und guten Taten.” Der mutige Brang Aung reagierte bescheiden: “Ich lobe den Herrn und bin ihm dankbar.”

 

Myanmar ist eines der ärmsten Länder in Südostasien. Überschwemmungen und Zyklone sind häufig. Zudem gibt es häufig Gewalt und Diskriminierung gegen Minderheiten. Die internationale Gemeinschaft scheint Myanmar manchmal zu vergessen, aber ZOA ist da – in einem komplexen Umfeld mit schwierigen Umständen. Gemeinsam wollen wir für mutige Menschen, wie Brang Aung und seine Dorfbewohner, da sein. Helfen auch Sie mit?

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