Marijanne: „Die Not in Syrien ist ungebrochen“

„Besonders in den Bergen kann es ziemlich kalt werden“, erzählt Marijanne van Vliet, unsere Landesdirektorin in Syrien. Wenn man an den Nahen Osten denkt, denkt man an höhere Temperaturen. Doch die Situation in Syrien ist alles andere als warm. „Millionen von Menschen leben hier in tiefer Armut und können sich nicht mit einer Decke oder einem Ofen wärmen. Der Bedarf ist daher sehr dringlich.“

Die Spuren eines jahrzehntelangen Konflikts – der in einigen Gebieten immer noch andauert – sind noch frisch. Viele Häuser liegen in Trümmern, viele Menschen haben ihre Angehörigen verloren oder sind geflohen. „Aber es gab noch Hoffnung“, so Marijanne, „dass sich die Situation verbessern würde. Darauf haben sich alle gefreut. Doch die aufeinanderfolgenden Krisen haben das Land ruiniert. Die Wirtschaft befindet sich in einem tiefen Tal. Die Inflation ist ins Unermessliche gestiegen und es gibt kaum noch Waren verfügbar, es mangelt wirklich an allem. Die Menschen sind jetzt viel deprimierter als im letzten Jahr. Sie haben Angst, dass sie aus dieser Situation nicht mehr herauskommen.“

„Es fehlt wirklich an allem. Die Leute haben Angst, dass sie aus diesem Tal nicht mehr herauskommen.“

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Tiefe Armut

Die syrische Bevölkerung ist etwa so groß wie die von Nordrhein-Westfalen. Doch in Syrien leben schätzungsweise sechzig Prozent aller Menschen unterhalb der Armutsgrenze. Sie haben wenig oder keinen Zugang zu den grundlegendsten Dingen des Lebens. Dazu zählen sauberes Trinkwasser, Nahrung, Kleidung, Decken und Brennstoff zum Anzünden der Öfen. Besonders betroffen sind Bewohner in ihren ausgebrannten, zugigen Häusern, die kein Einkommen haben, Flüchtlinge und Vertriebene (Menschen, die aus ihrem eigenen Land fliehen). Das Team von ZOA in Syrien trotzt jeden Tag der Kälte, um sie mit Decken, Matratzen und Taschenlampen zu versorgen. Daher empfängt die Bevölkerung uns oft mit offenen Armen.

 

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Unser Team in Syrien, bereit zum Einsatz.

Die Not ist groß, aber ebenso die Dankbarkeit, so Marijanne. Denn eine der Familien erzählte ihr: „ZOA liefert genau das, was wir brauchen, um durch die kälteren Nächte zu kommen. Außerdem sind die Decken von guter Qualität! Jetzt können wir gut schlafen. Wir sind sehr zufrieden damit.“

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Marjanne van Vliet ist unsere Landesdirektorin in Syrien.

Syrische Flüchtlinge

Gemeinsam mit dem ZOA-Team ist Marjanne froh darüber, etwas bewirken zu können. Denn die Not dieser Menschen liegt ihr sehr am Herzen. „Zuvor hatten wir ein Programm im Irak und in Jordanien gestartet, um dort syrische Flüchtlinge aufzunehmen. Wir sahen die Bedürfnisse von Familien, die vor der Krise geflohen waren und verzweifelt nach Sicherheit suchten. Jetzt bin ich froh, in Syrien zu sein und beim Wiederaufbau des Landes und der Zukunft vieler Familien zu helfen. Mit meinem Mann nach Syrien zu ziehen bedeutet, dass wir nicht viel Zeit mit unserer eigenen Familie und Freunden verbringen können. Doch es ist ein leichtes Opfer, wenn man die dringenden Bedürfnisse der Syrer sieht. Wir hoffen, dass wir mit Ihnen zusammenarbeiten können, um etwas für sie zu bewirken.“

In Ländern wie Syrien, Afghanistan und Irak leiden viele Flüchtlinge unter der Kälte. Ohne Hilfe werden sie den Winter nicht überleben. Gemeinsam können wir ihnen mit Decken, warmen Pullovern, Öfen und Brennstoff helfen. Mit 35€ können wir eine komplette Familie mit den nötigsten Winterutensilien versorgen. Helfen Sie mit?
Ja, ich möchte die Arbeit von ZOA unterstützen!

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