„Gebt den jungen Menschen in Burundi einen positiven Impuls.“

„Die 1000 Franken (30 Cent in Euro) kann ich mir nicht entgehen lassen“, sagt eine der jungen Frauen. Die anderen jungen Menschen der Gruppe sind nicht überrascht. Sie hat mir gerade erzählt, wie schwierig es für sie ist, als alleinerziehende junge Mutter in Kamakara, Burundi, über die Runden zu kommen.

Diese 1000 Franken? Sie werden ihr von einem Mann angeboten, mit ihr zu schlafen, und sie braucht sie dringend, um zu überleben. Es scheint ihr leicht zu fallen, darüber zu sprechen, während ich von dem, was sie mir erzählt, ziemlich schockiert bin.

Ich spreche mit jungen Menschen in Burundi über ihre Situation und darüber, was sie gerne ändern möchten. Besonders die jungen, alleinerziehenden Mütter berühren mich. Die Gemeinschaft stuft sie wegen ihrer unverheirateten Mutterschaft als minderwertig ein. Die jungen Frauen scheinen sich mit diesem niedrigen Wert zu identifizieren. „Wir haben die Hoffnung verloren, jemals zu heiraten.“ Und hier bin ich und denke im Hinterkopf darüber nach, wie mein Hochzeitskleid aussehen soll, wenn ich in ein paar Monaten hoffentlich selbst vor den Altar trete.

20210806_Burundi_jungen Menschen in Burundi 2

Burundi steht auf der „Liste der Vergessenen“ von ZOA. Und das aus gutem Grund. Es ist eines der ärmsten Länder der Welt und auch in den Medien ziemlich vergessen. Es ist ein Land, in dem Schönheit und Elend nebeneinander bestehen: schöne, grüne Hügellandschaften, aber auch erschütternde Armut. Atemberaubende Sonnenuntergänge können die Geschichte der ethnischen und politischen Gewalt nicht auslöschen.

„65 % der Bevölkerung sind unter 25 Jahre alt, ein riesiges Potenzial, aber die Arbeitslosigkeit ist alarmierend hoch.“

65 % der Bevölkerung sind unter 25 Jahre alt. Das Land hat also ein enormes Potenzial, aber die Arbeitslosigkeit ist alarmierend hoch. Viele junge Menschen sind versucht, sich den Milizen anzuschließen. Oder sie greifen auf andere, unwürdige Methoden zurück, um zu überleben, wie die jungen Frauen, mit denen ich in Kamakara sprach.

Die Situation ist erschütternd. In Burundi wird alles dringend benötigt. Aber vor allem sollten Sie diesen jungen Menschen einen positiven Anstoß geben, damit sie sich entfalten können und Burundi wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken können.

 

Kolumne von Alexandra ‘t Lam, ZOA-Mitarbeiterin in Burundi

 

Helfen auch Sie mit?
Ja, ich möchte die Arbeit von ZOA unterstützen!

Lesen Sie mehr über
ZOA in Burundi

Exklusive Informationen erhalten Sie in unserem zweimonatigen Newsletter:
Jetzt Newsletter abonnieren

Wir sind da.