Jemen: Drohender Massenhunger und Krankheiten

Der drohende Massenhunger in Jemen wird akut: Mehr als 22,2 Millionen Jemeniten, benötigen jetzt humanitäre Hilfe oder Schutz. Das sind Dreiviertel der gesamten Bevölkerung. 11,3 Millionen Menschen brauchen sofort humanitäre Hilfe für das reine Überleben. Die derzeitige Gewalt im Jemen wird weit über das Ende des Krieges hinaus verheerende politische, wirtschaftliche und soziale Auswirkungen haben. Die Hilfsorganisationen im Jemen, einschließlich ZOA, fordern die internationale Gemeinschaft auf, eine politische Lösung des Konflikts im Jemen aktiv zu unterstützen.

Das Ausmaß der Ernährungsunsicherheit im Jemen wird ohne rasche und gezielte Maßnahmen zur Senkung der Inflation und Wiederbelebung der Wirtschaft unlösbar bleiben. Die internationale Gemeinschaft muss nun dringend Maßnahmen ergreifen, um die Ursachen der drohenden Hungersnot zu beheben. Die Konfliktparteien tragen die Verantwortung dafür, dass Zivilisten und unter Schutz und sicherem Geleit die Konfliktgebiete verlassen können.

Alle Häfen müssen offen bleiben

Zivilisten in und um den Hafen Hodeidah, ebenso wie an allen von Konflikten betroffenen Orten, müssen vor den direkten und indirekten Auswirkungen der Kämpfe geschützt werden. Es ist auch von entscheidender Bedeutung, dass alle Häfen im Jemen vollständig geöffnet und funktionstüchtig bleiben, damit humanitäre und kommerzielle Lieferungen erfolgen können.

Eine politische Lösung ist entscheidend. Humanitäre Hilfe reicht nicht aus, um die drohende Gefahr massenhaften Verhungerns und Krankheiten abzuwenden.

Der Hafen von Hodeidah hat in der Vergangenheit mehr als 70% aller Importe in den Jemen abgewickelt. Jeder direkte Angriff, jede Behinderung oder jeder politische Wandel, der den Hafen weiter blockiert, wird noch mehr Menschen mit Hunger, Krankheit und vermeidbarem Tod treffen.

Die Mitglieder des Sicherheitsrates müssen Verantwortung übernehmen

Die jemenitische Bevölkerung muss einen sicheren und ungehinderten Zugang zu humanitärer Hilfe bekommen. Gleichzeitig müssen die humanitären Akteure sicheren und ungehinderten Zugang zu den Hilfsbedürftigen im Jemen erhalten. Die Helfer müssen gemäß humanitärem Völkerrecht geschützt und mit angemessenen Mitteln ausgestattet werden, damit Hilfe so schnell und effektiv wie möglich erfolgen und der Massenhunger verhindert werden kann. Bis dahin muss die internationale Gemeinschaft nach einer politischen Lösung für den Konflikt suchen. Ein politischer Prozess hängt nicht nur von der UNO oder den Konfliktparteien ab. Vielmehr trägt jedes einzelnen Sicherheitsratsmitglied und alle, die in diesem Konflikt eine Rolle spielen, Verantwortung dafür, geeignete Bedingungen für einen dauerhaften Frieden zu schaffen.

 

Mehr Informationen zur Arbeit von ZOA finden Sie unter unserem Selbstverständnis.