Hurra, ein Junge: Gregoire aus Äthiopien

Mit großer Freude gebar Flora vor drei Monaten einen kleinen Jungen in Addis Abeba, Hauptstadt von Äthiopien: Gregoire wurde als kongolesisches Füchtlingskind in Äthiopien geboren.

Wenn Flora durch die Straßen von Addis Abeba läuft, sieht man, nur wenn man genau hinschaut, ein kleines Bündel auf ihrem Rücken. Unter einer Decke und in Tüchern eingewickelt hängt dort ein kleiner Junge, Gregoire. Gregoire wurde vor drei Monaten geboren und ist Floras sechstes Kind. Zusammen mit seinen Geschwistern lebt der Junge in einer kleinen Wohnung in Addis. Noch schläft er bei seinen Eltern im Zimmer, aber wenn er etwas größer ist, wird er sich einen Raum mit seinem Bruder und seiner Schwestern teilen. Er wird mit ihnen im kleinen Wohnzimmer spielen oder mit anderen Kindern auf der Straße den Ball kicken.

Für Gregoires Eltern ist das Leben nicht einfach. Als Rebellen in ihre Heimatstadt im Kongo einmarschierten, beschloss Gregoires Vater mit seiner Familie nach Äthiopien zu fliehen. In Äthiopien landeten sie zuerst in einem Flüchtlingslager. Glücklicherweise mussten sie dort nicht lange bleiben, denn Gregoires Mutter war krank und durfte deshalb in die Großstadt.

Gregoire wurde in einem Krankenhaus in Addis geboren genau wie seine Schwester Grace. Für seine Mutter war das nicht einfach. “Es ist schwer, hier ein Baby zu bekommen”, sagt sie. “Obwohl es im Lager noch schwieriger war. Da warst du ganz allein und niemand half dir bei der Entbindung. Zum Glück habe ich meine Kinder auf natürliche Weise bekommen und nicht durch einen Kaiserschnitt, das macht einen großen Unterschied.”

“Wenn man in einem Flüchtlingslager ein Kind bekommt, muss man sich auf sich selbst verlassen. Niemand kann dir helfen”.

Gregoires Eltern haben ein schwieriges Leben als Flüchtlinge in Addis. Mariah ist krank und die Familie darf offiziell nicht arbeiten, also müssen sie von einem kleinen Betrag leben, den sie als Flüchtlinge erhalten. Gregoires Geschwister werden in der Schule gehänselt, weil sie eine andere Sprache sprechen und anderes Essen dabeihaben. Mutter Flora erzählt uns, dass die Kinder ihr Essen lieber zu Hause lassen, damit sie nicht ausgelacht werden. Das Leben in Addis ist auch sehr teuer. “Pro Kind bekommen wir zehn Euro im Monat, aber allein unser Haus kostet 3000 Birr.“ Jetzt, da Gregoires älteste Schwester dreizehn Jahre alt ist, werden ihre Kleidung und Schuhe immer teurer.

Ihre Situation ist nicht einfach, aber dennoch träumen Flora und ihr Mann Pitchou von einer guten Zukunft für Gregoire. Flora: “Ich bete, dass Gott sein Leben beschützt und ihn groß macht. Dass er Äthiopien verlassen und ein gutes Leben in einem anderen Land aufbauen kann. Ich hoffe, dass er, wenn er zwanzig Jahre alt ist, einen guten Job hat, dass er gebildet ist und offen für Neues ist. Ich fände es auch schön, wenn er ein Auge für andere hätte.”

Gregoires Vater ergänzt sie: “Ich hoffe, dass er so wird wie ich und ein Auge für Menschen mit Behinderungen hat. Wir wollen die Welt verändern und anderen etwas bedeuten. Ich hoffe, dass Gregoire an Gott glauben wird, wenn er erwachsen ist, und ich bete, dass er Hoffnung hat. Ich bete, dass er stark ist und dass er die Welt zum Besseren verändern wird. Wenn du Gutes tust, wird die Hand Gottes über dir sein. Wenn du Gott folgst, wirst du wissen, welche Wege du gehen musst.”

Flora und Pitchou setzen ihre Hoffnung auf Gott. “Das Wort Gottes hilft uns. Manchmal ist das Leben schwierig, besonders wenn wir alle unsere Kinder sehen. Nur das Wort Gottes wird uns helfen. Ich bin dankbar, dass Pitchou hier in Äthiopien gelernt hat, seine Kinder zu lieben und mit ihnen zu spielen.” Pitchou: “Mein eigener Vater war ein Löwe. Vor ihm bist du weggelaufen. Hier in Äthiopien lieben die Väter ihre Kinder, das finde ich schön zu sehen. Früher habe ich diese Liebe nur im Film gesehen, hier sehe ich sie im wirklichen Leben. Ich will für meine eigenen Kinder genauso sein!”

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