Wie konnte es in Afghanistan so weit kommen?

Dürre und Gewalt führen in Afghanistan zu immer mehr Binnenflüchtlingen. Doch wie kam es dazu, dass täglich mindestens 1200 Menschen aus diesem Land fliehen?

Wir alle kennen sie: Bilder von “unseren Männern” im Einsatz in Afghanistan und Filmmaterial von heroischen (militärischen) Operationen in den Wüsten von Kunduz.  Afghanistan ist, wie uns die Medien glauben machen wollen, das Land der Bombenanschläge, der unterdrückten Frauenrechte und der langen Bärte.

Aber Afghanistan ist mehr. Afghanistan ist ein Land mit freundlichen Menschen, die nicht mehr nur unter dem Terror verschiedener Parteien leiden. Jetzt sind es zunehmend auch unter Dürren und Naturkatastrophen. Mehr als 5,5 Millionen Väter, Mütter und Kinder in diesem Land sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Vluchtelingen moeten zien te overleven in een tent.

Komplexer Konflikt

Wer die Situation in Afghanistan verstehen will, muss ins 19. Jahrhundert zurückgehen. Damals wurde das Land im Krieg zwischen den britischen und russischen Kolonialreichen zu einem Pufferstaat. Nach einer Reihe von Staatsstreichen in den 1970er Jahren folgte eine russische Invasion des Landes, die später von den Amerikanern vereitelt wurde. Als sich die Russen aus Afghanistan zurückzogen, folgten eine Reihe von Bürgerkriegen, die den Weg für die Taliban ebneten. Seitdem ist Afghanistan ein großes Wespennest, in dem alle Arten von internationalen Parteien, eine bankrotte Regierung und verschiedene Terrorgruppen nach Macht streben. Doch die Opfer der instabilen Situation in Afghanistan sind Zivilisten. Regelmäßige (große) Angriffe finden im Land statt, und in einigen Provinzen ist das Leben für “normale” Bürger außerordentlich gefährlich. Im Jahr 2017 flohen in Afghanistan täglich 1200 Menschen vor Gewalt.

Die Angriffe sind für viele nicht die größte Sorge.

Aber die Angriffe sind für viele Menschen nicht die größte Sorge; Afghanistan steht vor der schlimmsten Dürre seit Jahren. Infolgedessen haben zwei Millionen Afghanen einen Mangel an Trinkwasser, und weitere Millionen bemerken dies bei der mageren landwirtschaftlichen Produktion und Ernte. Und das ist ein großes Problem, sagte uns unser Landesleiter im Nederlands Dagblad (eine niederländische Zeitung). Für die Afghanen ist Weizen die wichtigste Kulturpflanze. Sie essen Brot zu jeder Mahlzeit und die Armen essen sogar nichts anderes. Da jedoch viele Kulturen gescheitert sind, gibt es jetzt zu wenig Nahrung und Geld. Auch viele Flüsse und Bäche sind ausgetrocknet und es wurde nicht genügend Regenwasser gesammelt, um die Menschen mit Trinkwasser zu versorgen.

Droogte in Afghanistan.
Droogte in Afghanistan.

Flüchtlingsströme

Die Dürre zwingt viele Menschen zur Flucht in weniger trockene Gebiete. Dadurch werden die Provinzhauptstädte von Vertriebenen überflutet; mehr als 54 Prozent der Binnenflüchtlinge landen in einer Stadt. Dies belastet nicht nur die lokale Infrastruktur extrem, sondern verursacht auch Stress zwischen Vertriebenen und der lokalen Bevölkerung. In Kunduz und Nangarhar ist inzwischen jeder Sechste vertrieben.

Ein sicheres Haus

Eines der größten Probleme für Vertriebene und Rückkehrer in Afghanistan bleibt die Wohnungsnot. Viele interne und rückkehrende Flüchtlinge landen in primitiven und informellen Siedlungen, wo das Fehlen einer guten Unterkunft eines der größten Probleme ist. Nur 56% der geflohenen Familien leben in einer festen Unterkunft, 35% in einer temporären Unterkunft und 6% in Zelten. Dies führt zu unsicheren Situationen in Gebieten, in denen noch regelmäßig gekämpft wird. Gerade für Frauen und Mädchen ist das Fehlen eines sicheren Hauses ein großes Problem.

Tragen auch Sie dazu bei, dass die Hilfe für Äthiopien, Nigeria und Afghanistan möglich ist? Für 35,- € können Sie bereits einer Familie in Äthiopien mit genügend Wasser für zwei Monate helfen.

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