Flüchtlinge erzählen ihre Geschichte: Ruwa (12) aus Mosul

Sie war deprimiert, vertraute niemandem und hatte alle Hoffnung verloren: Ruwa, ein irakisches Mädchen von 12 Jahren. Sie wurde bei der Befreiung ihrer Stadt Mosul (Irak) 2017 schwer verletzt. Durch einen Raketenangriff verlor sie eine Hand und konnte nicht mehr laufen. „Aber ich habe die Hoffnung wiedergefunden!“ Wir haben Ihre Geschichte aufgeschrieben.

Ruwa dachte, sie würde nie wieder aus ihrem Rollstuhl aufstehen. Doch inmitten all des Leids, das sie und ihre Familie durchmachten, fand sie Hoffnung. Es gab Menschen, die sich um sie kümmerten, in einem sicheren Ort von ZOA im Stadtteil Rifai. Es ist ein sicherer Ort, an dem Fachpersonal Eltern und Kindern Zeit, Aufmerksamkeit und Hilfe bei der Genesung bietet. Frauen erhalten psychosoziale Unterstützung, Kinder lernen wieder zu spielen und den verpassten Unterricht nachzuholen.

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Raketenangriff

Die Mitarbeiter des sicheren Ortes gaben Ruwa wieder ein Gefühl der Sicherheit – das hatte sie schon lange nicht mehr erlebt. Vor der Ankunft des IS im Jahr 2014 besuchte Ruwa die Grundschule und träumte von einer glänzenden Zukunft. Doch sie verlor diese Hoffnung, als sie und ihre Brüder die Schule verlassen mussten. Der IS hatte die Stadt eingenommen. Die Lage in Mosul verschlechterte sich von Tag zu Tag, bis die irakische Armee eine Befreiungsaktion startete. Ruwa und ihre Familie versteckten sich und beteten um Freiheit. Doch plötzlich wurde ihr Haus von einem Raketenangriff getroffen. Ruwa verlor daraufhin eine Hand und konnte nicht mehr laufen.

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Rehabilitation

Zwar endete der Krieg, doch von Ruwas Leben blieb wenig übrig. Ihre Mutter versuchte, sie in der Schule anzumelden, die sie früher besuchte. Doch sie wurde wegen ihrer Behinderung abgelehnt. Die Mitarbeitenden des ‚Safe Spaces‘ ließen sich Zeit. Sie erstellten einen Genesungsplan für Ruwa und arbeiteten geduldig und beharrlich daran, sie wieder lächeln zu sehen. „Und dieses Lächeln kam“, erinnert sich einer der Mitarbeitenden.

„Ruwa kann endlich wieder lachen!“

Hoffnung

Ruwa studiert jetzt und nimmt an Auffrischungskursen teil, um ihr Schulwissen aufzufrischen. Zwar ist sie ihren Rollstuhl nicht losgeworden, doch sie hat die Hoffnung wiedergefunden, eines Tages wieder gehen zu können. Als Zeichen ihrer Wertschätzung schrieb Ruwa ein Gedicht und fertigte eine Zeichnung an, die jetzt die Wand des Schutzraums ziert. “Für den einzigen Ort, an dem ich Menschen gefunden habe, die mir zur Seite standen und meinem kleinen Herzen wieder Hoffnung gaben”, schrieb sie. Eine Mitarbeiterin antwortete liebevoll: “Ihr Herz war einfach sehr groß!

 

Haben auch Sie für diese Kampagne gespendet? Dann können wir dank Ihnen Tausenden von Kindern auf der ganzen Welt einen Ort geben, an dem sie wieder Kinder sein können. Wir helfen ihnen z. B. mit einem sicheren Schlafplatz, Bildung, nahrhaften Mahlzeiten und professioneller Hilfe bei der Bewältigung von Traumata.

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