Nachgefragt: Ihre Fragen an Kinder auf der Flucht

Weltweit sind etwa 35 Millionen Kinder auf der Flucht! Unterwegs sind sie Gewalt, Ausbeutung und Missbrauch ausgesetzt. Aus diesem Grund hat ZOA eine Kampagne gestartet, um ihnen zu helfen. Denn wir sind überzeugt: Kinder verdienen einen sicheren Ort, an dem sie Kinder sein können. Doch wie genau sieht unsere Arbeit mit Kindern aus? Wir haben einige der Fragen von jungen Menschen zusammengestellt. ZOA-Direktor Edwin Visser und der Leiter der Finanzabteilung Jan-Marc Stam beantworten sie.

Mirte:
Sie sammeln Geld für Kinder, die auf der Flucht sind. Aber wovor genau fliehen Kinder?
Edwin: „Kinder sind in der Regel sehr an ihr eigenes Umfeld gebunden: An ihr Zuhause, ihre Schule, ihre Freunde. Manche Kinder haben jedoch nicht die Wahl zu bleiben, sondern müssen fliehen. Sehr oft liegt das daran, dass ihr Leben gefährdet ist, zum Beispiel aufgrund von Gewalt. Oder weil sie sich z. B. wegen extremer Dürre oder Überschwemmungen in einer Notlage befinden. Dann ist die Flucht die einzige Möglichkeit zu überleben. Und das hat eine große Auswirkung! Ich habe zum Beispiel mit vielen syrischen Flüchtlingen in Jordanien und Libanon gesprochen. Sie waren dankbar, dass sie jetzt in Sicherheit waren, aber sie vermissten ihr Land und ihre Familien schrecklich.“

20210906_Sudan_Kinder auf der Flucht

Anonym:
Welche Art von Hilfe bietet Ihr genau an?
Edwin: „In jeder Situation schauen wir, was am dringendsten benötigt wird, sowohl von den Flüchtlingen als auch von der einheimischen Bevölkerung. Diejenigen, die ihr Zuhause verloren haben, erhalten eine Unterkunft. Andere haben noch ein Zuhause, aber sie hungern. Dann sorgen wir für Nahrung und sauberes Trinkwasser. Menschen, die (wieder) in der Lage sind, sich selbst zu helfen, bieten wir Bildung und Ausbildung, damit sie ihr eigenes Einkommen verdienen können. Im Irak zum Beispiel stellen wir auch kinderfreundliche Räume zur Verfügung. Dies sind Räume, in denen Kinder mit anderen Gleichaltrigen spielen und einfach wieder Kind sein können. Denn sicher zu sein – zum Beispiel durch Unterkunft und Schutz – und sich sicher zu fühlen, sind zwei verschiedene Dinge. Zudem erhalten die Kinder eine Traumaberatung und wir unterstützen die Eltern bei der Betreuung ihrer Kinder.“

20210906_Irak_ Esther mit Kindern auf der Flucht

Thomas van Dommelen:
Macht die Hilfe die Menschen nicht abhängig, so dass sie immer auf Hilfe angewiesen sein werden?
Edwin: „Wir versuchen immer, dafür zu sorgen, dass die Menschen wieder auf eigenen Beinen stehen können. Es ist viel besser, wenn jemand mit etwas Unterstützung seine eigenen Feldfrüchte anbauen oder auf andere Weise ein Einkommen erzielen kann. Das gibt viel mehr Selbstwertgefühl, als immer die Hand aufhalten zu müssen. Viele der Menschen, mit denen ich in unseren Programmen spreche, wünschen sich nichts sehnlicher, als für sich selbst sorgen zu können. Aber manchmal ist die Situation so ernst, dass sie wirklich Hilfe brauchen.“

Wie kann man messen, ob das Geld effizient eingesetzt wird? Oder lassen sich Ihre Sozialarbeiter von pathetischen Situationen leiten?
Edwin: „Wir machen zunächst eine Bestandsaufnahme der Situation vor Ort. Wir hören genau zu, wo die Not am größten ist, und treffen mit der Bevölkerung klare Vereinbarungen über die Bedingungen unserer Hilfe. Spezielle ZOA-Teams überwachen ständig, ob die Projekte gut laufen und ob wir liefern können, was wir versprochen haben. Die Mitarbeitenden von ZOA sind daher immer vor Ort, um sicherzustellen, dass das Geld gut angelegt ist.“

20210906_Irak_ Desiree mit Kindern auf der Flucht

Jos Roubos:
Wenn ich Geld spende, sagen wir 20 Euro, wie viel davon kommt dann tatsächlich bei den Kindern an?
Jan-Marc: „Von den 20 Euro, die Sie spenden, kommen etwa 19,10 Euro unseren Projekten zugute. Die restlichen 90 Cent werden für die Verwaltung verwendet, um alles ordnungsgemäß zu organisieren. Insgesamt kommen bis zu 95,4 % aller Spenden dort an, wo sie gebraucht werden. (Weitere Informationen finden Sie in unserem Online-Jahresbericht des letzten Jahres, in dem wir alles aufschlüsseln). Mit Ihrem Beitrag können Sie also das Leben von bedürftigen Menschen, darunter auch Kinder, denen es an Nahrung, Unterkunft und sauberem Trinkwasser mangelt, wirklich verbessern.“

 

Kinder verdienen einen Ort, an dem sie Kinder sein können. Gemeinsam bieten wir einen sicheren Platz zum Schlafen, Bildung, nahrhafte Mahlzeiten und einen Raum, um Kind sein zu können. Mit einer Spende von 54 € können wir zum Beispiel einem Kind Bildung und professionelle Hilfe bei der Bewältigung von Traumata ermöglichen. Möchten Sie mithelfen?

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