ZOA Deutschland erhält Förderung von ZIVIK

Die politische und gesellschaftliche Lage im Südsudan ist nach wie vor sehr angespannt und von vielen lokalen Konflikten geprägt. ZOA hat sich daher zunächst auf Lebensmittelhilfen und Grundbildung von besonders notleidenden Mensche wie Kindern, Jugendlichen und Müttern konzentriert. In einem weiteren Projekte setzen wir uns jetzt für eine längerfristige Veränderung hin zu einem friedlicheren Zusammenlebens ein. ZOA Deutschland konnte dafür das ZIVIK-Programm des Instituts für Auslandsbeziehungen als maßgeblichen Förderer gewinnen. ZIVIK stellt uns hierfür Mittel des Auswärtigen Amtes zur Verfügung.

ZOA hat sich zum Ziel gesetzt, die Versöhnung verfeindeter Stammesgruppen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Gebiet von Pibor, im Zentrum des Südsudan, voranzubringen.

Gründe für innergemeinschaftliche Konflikte

Das Pibor-Gebiet ist Teil des größeren Staates Boma. Die ansässige Gemeinschaft wird Murle genannt und lebt überwiegend von Weideviehhaltung. Insgesamt bauen die Murle nur sehr wenige landwirtschaftliche Produkte an. Denn Haupterwerbsgrundlagen sind die Viehzucht, das Sammeln von Wildobst und die Jagd. Zudem ist das Angeln eine wichtige Aktivität während der Regenzeit. Aber die Gemeinschaft beginnt langsam zu erkennen, dass sie Nahrungsmitteln anbauen muss, um ihren Nahrungsbedarf zu decken. Noch zählen die Murle aber besonders Rinder als Symbol für Vermögen und Status. Je mehr jemand besitzt, desto mehr respektiert die Gesellschaft ihn. Zudem nutzen die Murle Rinder auch für die Zahlung der Mitgift. Daher sind sie ein wichtiges Gut für junge und alte Männer. Die Murle sind eine polygame Gesellschaft, in der die Anzahl der Ehefrauen von der Fähigkeit abhängt, Mitgift zu zahlen. Töchter werden als gewinnbringend angesehen. Daher gibt es regelmäßig frühe und erzwungene Ehen.

Kindesentführungen und Rinderraub

Da Rinder ein wertvolles Gut darstellen, entstehen daraus viele inner- und intergemeinschaftliche Konflikte. Sie reichen von Rinderraub über Kindesentführungen und den Kampf um Ressourcen wie Weiden und Wasser. Kinder werden aus zwei Gründen entführt: Wenn es sich um ein Mädchen handelt, erhöht dies die Chance der Familie, während der Mitgiftzahlung mehr Rinder zu bekommen. Wenn Jungen entführt werden, erhöhen sie die Zahl der Jugendlichen, die während der Angriffe für die Gemeinschaft kämpfen können. Oft bleiben die entführten Kinder in den Gemeinden, in die sie verschleppt wurden.

ZOA’s Projektansatz: Versöhnung und sozialer Zusammenhalt

Zunächst will ZOA die Konflikttreiber bei den verschiedenen Stammes- und Gesellschaftsgruppen identifizieren. Damit können wir gezielte Maßnahmen anbieten, um die laufenden Konflikte zu lösen. Daher wird ZOA eine eingehende Studie durchführen, um die Situation möglichst genau einschätzen und passgenaue friedensstiftende Maßnahmen vorzubereiten. Diese erste von ZIVIK unterstützte Projektphase wird von Oktober bis Dezember 2019 durchgeführt.

Die Fördersumme für das Projekt beträgt gut 40.000€. Davon werden über 30.000€ von ZIVIK gefördert. 10% des Förderbetrags trägt ZOA aus eigenen Mitteln bei.“

Für uns bei ZOA kennt die Nächstenliebe keine Grenzen: Wir helfen Opfern von Naturkatastrophen und bewaffneten Konflikten auf der ganzen Welt. Das fängt bei der Soforthilfe an, aber wir bleiben auch dann noch, bis die Menschen wieder auf eigenen Beinen stehen.

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ZOA im Südsudan