Es ist kalt... sehr kalt - Wintereinbruch im Irak

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im tiefsten Winter nur in einem Zelt. Die extreme Kälte bringt Sie dazu, die ganze Nacht hindurch zu zittern. Und nicht einmal Ihre Kinder können Sie mit einer Decke oder einem warmen Pullover warm halten. Den gesamten Winter über. Diese Situation ist zum Verzweifeln! Im Irak erleben Flüchtlinge das zurzeit persönlich, doch auch in Syrien spielt sich Ähnliches ab. Denn die Winter dort können kalt sein – sehr kalt!

Wer an den Nahen Osten denkt, hat schnell warme Temperaturen vor Augen. Doch im Winter wird es kalt: das Thermometer kann bis unter null Grad fallen. Millionen von Menschen in Flüchtlingslagern oder Behelfsunterkünften müssen extrem kalte Tage und Nächte ertragen. Dabei sind Kinder und ältere Menschen besonders anfällig für Unterkühlung. Starke Schneefälle sind in Ländern wie Syrien, Libanon und Afghanistan keine Ausnahme mehr. Manchmal hält die Kälte bis weit in den Frühling hinein an.

 

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Wetterextreme

Wie überall auf der Welt treten auch im Nahen Osten extreme Wetterbedingungen außerhalb der Saison auf. So etwa intensiver Schnee oder Regen während relativ milder Wetterperioden, Überschwemmungen, Sandstürme und ungewohnt kältere Temperaturen. Einige Wissenschaftler vermuten, dass dies auf den Klimawandel zurückzuführen ist. Weil sich die Pole stärker erwärmen als die Tropen, so sagen sie, schwächt sich der Jetstream (sehr starke Winde in 10 Kilometern Höhe) ab. In einigen Teilen der Welt kann dies die Wahrscheinlichkeit von längeren Hitze-, Dürre-, Kälte- oder Niederschlagsperioden erhöhen.

„Dürren und Überschwemmungen führen dazu, dass Menschen ihre Häuser und Lebensgrundlagen verlieren.“

Klimawandel

Der Niederländische Premierminister Rutte zeichnete auf dem internationalen Klimagipfel in Den Haag diese Woche ein dramatisches Bild der sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Erderwärmung. Das Ziel des Online-Weltgipfels war es, Lösungen zu finden, wie wir uns besser an ein verändertes Klima anpassen können. Wenn wir uns nicht anpassen, werden die Folgen katastrophal sein, sagte Rutte bei dem Treffen.

„Verwundbare Menschen in fragilen Staaten sind von den Folgen des Klimawandels besonders betroffen“, bestätigt Inge Vos, Spezialistin für Ernährungssicherheit bei ZOA. „Aufgrund von Dürren und Überschwemmungen verlieren die Menschen ihre Häuser und ihre Lebensgrundlage. Viele werden dadurch verdrängt.“ Ein großer Teil der Bevölkerung, in der ZOA arbeitet, ist von der Landwirtschaft abhängig. Durch den Klimawandel ist das Wetter unberechenbar geworden und die Risiken von Ernteausfällen sind gestiegen. Auch die Viehzucht hat zu kämpfen. Denn Trockenheit bedeutet weniger Grasland und weniger Trinkwasser für das Vieh. Gleichzeitig ist das Risiko von Konflikten aufgrund des Drucks auf natürliche Ressourcen wie Land und Wasser gestiegen.

Flüchtlinge

Zurück zu unserer Arbeit in kalten Wintern. In Ländern wie Syrien, Afghanistan und Irak leiden viele Flüchtlinge unter der Kälte. Ohne Hilfe werden sie den Winter nicht überleben. Gemeinsam können wir ihnen mit Decken, warmen Pullovern, Öfen und Brennstoff helfen. Mit 35€ können wir eine komplette Familie mit den nötigsten Winterutensilien versorgen. Helfen Sie mit?

Ja, ich möchte die Arbeit von ZOA unterstützen!

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