Coronanot in Indien: „Ärzte müssen entscheiden, welcher Patient Sauerstoff bekommt“

„Jeden Morgen stehen wir mit Furcht und Zittern auf. Angst davor, welche schlechten Nachrichten uns an diesem Tag wieder erreichen werden. Jedes Mal hören wir von einem verstorbenen Familienmitglied oder Freund“, erzählt uns der Inder Pradeepa schockiert. Das Coronavirus breitet sich hierzulande rasant aus.

ZOA leistet Nothilfe in Ländern, die von der Coronapandemie schwer betroffen sind, zusammen mit anderen Organisationen innerhalb des Christian Relief Clusters – Dorcas, EO Metterdaad, Red een Kind, Tearfund und Woord en Daad. Besonders in Indien und Nepal hat sich die Situation in letzter Zeit enorm verschlechtert. Es gab sehr viele Infektionen, einen großen Druck auf die Gesundheitsdienste und einen Mangel an allem, von Krankenhausbetten bis hin zu einem Platz in den Krematorien. Die Situation ist menschenunwürdig. Die Menschen sind verzweifelt. Die Welt hält den Atem an.

 

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Sauerstoffmangel

Pradeepa hat eine enge Bekannte von ihr durch Corona verloren, Raja Suneetha, die 31 Jahre lang als Lehrerin für eine Woord en Daad Schule in Indien gearbeitet hat. Raja hatte zunächst nur leichte Symptome. Sie wurde mit Medikamenten versorgt und es schien sich bereits zu erholen. Bis sie plötzlich unter Sauerstoffmangel litt. Rajas Familie rief den Krankenwagen, aber der kam wegen des Verkehrs zu spät. Raja starb noch im Krankenwagen. „Das Pflegesystem kann nicht mit all den kranken Menschen umgehen. Wenn Sie krank werden, müssen Sie selbst für Sauerstoff sorgen. Wir sagen es immer, aber jetzt erleben wir es wirklich: Unser Leben liegt in Gottes Hand“, erzähllt Pradeepa.

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Foto: Tearfund

Auch junge Menschen

Indien befindet sich mitten in der zweiten Coronawelle. Während die erste Welle im vergangenen Sommer noch relativ glimpflich verlief, schlägt COVID-19 nun mit voller Wucht zu. Die Situation ist sehr beunruhigend. Infektionen sind auf dem Vormarsch und die Krankenhäuser platzen aus allen Nähten. Die Angst ist in der Bevölkerung spürbar, erzählt uns Ebenezer Thomas von Woord en Daad in Indien: „Es sterben auch junge Menschen. Es ist eine wirklich chaotische Situation. Die Menschen haben Angst und können ihre Häuser kaum verlassen. In den Krankenhäusern herrscht ein großer Mangel an Sauerstoffmasken, sie können den Bedarf nicht decken. Wenn zu viele Patienten gleichzeitig Sauerstoff benötigen, müssen die Ärzte sich für den Patienten mit einer größeren Überlebenschance entscheiden. Das ist eine furchtbare Last für alle.“ Es überrascht nicht, dass die Verzweiflung sehr groß ist. Deshalb werden wir aktiv.

 

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Foto: Tearfund

Was wir tun:

Die Hilfsorganisationen sind für die Schwächsten in Indien und anderen Ländern da, mit denen sie zusammenarbeiten:

  • Aufklärung darüber, wie Sie sich vor Corona schützen können
  • Schutz durch sauberes Wasser, Mundschutz und Quarantänestationen
  • Direkte Hilfe wie Nahrungsmittel, medizinische und psychosoziale Hilfe und Sauerstofftanks

Diese Hilfe möchten wir gemeinsam mit Ihnen leisten. Denn der Bedarf ist überwältigend. Millionen von Menschen haben nicht genügend Luft zum Atmen. Helfen Sie Ihnen?

Ja, ich möchte die Arbeit von ZOA unterstützen!

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