Ohne Familie im Ausland

Wie ist das für ZOA-Mitarbeiter?

Viele unserer Mitarbeiter weltweit arbeiten in einem (gefährlichen) Projektland. Zwar tun sie dies mit Kollegen, aber ohne ihre Familie in der Nachbarschaft. Wie ist das für sie? Ist es nicht extrem schwierig, sich immer wieder von Ihren Familienmitgliedern in der Heimat zu verabschieden und warum entscheiden sie sich dafür? Andries (Nigeria) und Arjan (Kongo) erklären, wie es ist, seine Frau und seine Kinder zurückzulassen. 

Wie habt ihr die Entscheidung getroffen, mit einer so großen Distanz zueinander zu leben und zu arbeiten?

Arjan: “Dineke und ich sind zwei verschiedene Menschen. Nach einer Zeit in Westafrika wollte sie in den Niederlanden bleiben, in der Nähe der Kinder und ihrer Eltern. Außerdem ist der Kongo für meine Frau nicht sehr attraktiv zum Leben. Für mich war das anders und wir haben in Absprache entschieden, dass ich mich dieser Herausforderung stellen musste. Glücklicherweise kann ich alle 10 Wochen für 5 Arbeitstage in die Niederlande gehen, um bei meiner Frau zu sein.”

Andries: “Die Unsicherheit in Nigeria erlaubt es uns einfach nicht, einen Partner mitzubringen. Deshalb trafen wir diese Entscheidung. Natürlich auch in enger Absprache.”

Wie ist es, nicht am selben Ort wie seine Familie zu leben?

Arjan:
“Es ist wie zwei getrennte Welten, die vollkommen unterschiedlich sind. Ich verhalte mich auch in der DRK ganz anders als in den Niederlanden. Der größte Unterschied: In der Demokratischen Republik Kongo wird man im öffentlichen Raum geächtet – keine Strafverfolgung, kein Gesetz, eine raue Gesellschaft, in der folglich das moralische Verhalten von Menschen, von denen man denkt, dass sie vernünftigerweise wissen, eine knappe Ware ist – man muss all das “kaufen”, also muss man sich darauf einstellen. NL ist da viel entspannter. Alles ist geregelter, aber dafür sehr langweilig.”

 

"Es ist wie zwei getrennte Welten, die vollkommen unterschiedlich sind. Zuhause ist alles geregelter, aber dafür sehr langweilig."

Noodhulp Nigeria

Er erzählt: “Meine Frau und ich sind jede Nacht über Skype in Kontakt. Das ist wichtig für uns beide und so können wir in das Leben des anderen eingebunden bleiben.”
Andries: “Natürlich macht es keinen Spaß, aber man gewöhnt sich daran. Die Zeit, die ich mit meiner Frau in den Niederlanden habe, ist sehr kostbar und geht schnell vorbei, Abschied zu nehmen ist immer das Härteste.”

Was vermisst du am meisten?

Beide Männer antworten: “Gewöhnliche Familiensachen. Familientreffen und Partys.”

Was machst du gerne, wenn ihr wieder zusammen seid?

Arjan: “Es spielt keine Rolle, was wir tun, solange wir zusammen sind. Aber ich habe bemerkt, dass wir viel reden, wenn wir uns wieder als Familie sehen. Und essen gehen, das ist immer ein fester Bestandteil.”

Es ist schwieriger für mich, mich zu verabschieden und jedes Mal in den Kongo zurückzukehren. Ja, der Abschied ist im Laufe der Zeit immer schwieriger geworden."

Für uns bei ZOA kennt die Nächstenliebe keine Landesgrenzen: Wir helfen Opfern von Naturkatastrophen und bewaffneten Konflikten auf der ganzen Welt. Das fängt bei der Soforthilfe an, aber wir bleiben auch dann noch, bis die Menschen wieder auf eigenen Beinen stehen.

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