Furaira: Geschäftsfrau in einem Flüchtlingslager

Nachdem ihr Mann von Boko Haram ermordet wurde, floh Furaira in eines der Flüchtlingslager im Norden Nigerias. Dort erhält sie nun jeden Monat Geld von ZOA. “Dank dieser Unterstützung kann ich meinen Kindern zwei Mahlzeiten am Tag geben.”

Furaira Ali Feli (35) stellt Fischernetze für ihre Hütte her. “Da ich nicht mehr den ganzen Tag nach Brennholz und Lebensmitteln suchen muss, habe ich endlich Zeit, selbst etwas Geld zu verdienen. Ich baue Fischernetze für die lokalen Fischer, die mich pro Netz bezahlen. Ich verkaufe etwa 20 Netze im Monat”, sagt Furaira mit einem Lächeln im Gesicht.

Seit Furaira’s Mann von Boko Haram ermordet wurde, hat sich das Leben der Frau für immer verändert. “Ohne Grund wurden mehrere Freunde und Familienmitglieder ermordet, ihre Häuser zerstört und ihre Kinder entführt. Ich schaffte es, in Panik davonzulaufen. Mein Haus ist etwa 20 Kilometer von diesem Lager entfernt, aber ich kann nicht zurück. Denn das ist zu gefährlich.

Furaira ist Teil eines Programms von ZOA. Zusammen mit ECHO unterstützen wir Flüchtlinge wie sie finanziell. Jeden Monat erhält sie eine Summe von 97 Euro, mit der sie sich, ihre acht Kinder und ihren neuen Mann versorgen kann.

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Mehr Würde durch eigene Entscheidungen

“Ich bin mit dem Geldbetrag sehr zufrieden”, sagt Furaira. “Endlich kann ich meinen Kindern genug zu essen geben, zweimal täglich kann ich eine Mahlzeit zubereiten. Bevor ich an dem Projekt teilnahm, war es anders. Damals war es sogar schwierig, meine Kinder einmal am Tag zu ernähren. Es gab Tage, an denen mein Mann und ich nichts essen konnten. Denn es blieb nichts übrig blieb, nachdem wir unsere Kinder versorgt hatten.”

Von dem Geld, das sie hat, kauft Furaira Lebensmittel wie Mais, Reis, Spaghetti, Bohnen, Fisch und Milch. Sie bekommt dieses Essen auf einem der Märkte in Maiduguri. Um Geld für den Transport zu sparen, reist Fuaraira mit anderen Frauen dorthin. Doch sie kauft nicht nur Lebensmittel. Auch Seife, Holz und lokale Kleidung kann sie mit dem Geld kaufen. “Vor kurzem habe ich einen Teil des Geldes verwendet, um selbst Awara zu machen, eine lokale Delikatesse, die jeder hier gerne isst. Zusammen mit dem Geld, das ich für die Fischernetze bekomme, kann ich mich um meine Familie kümmern.”

Neben dem Mangel an Nahrung und dem Risiko der Unterernährung laufen Frauen wie Furaira in Nigeria Gefahr, Opfer sexueller Gewalt zu werden. “Bevor ich das Geld von ZOA erhielt, musste ich oft in den Wald gehen, um nach Holz zu suchen. Ich hatte immer Angst, von Männern oder Schlangen angegriffen zu werden. Nun, zum Glück ist das vorbei.”

"Bevor ich das Geld von ZOA bekam, musste ich oft in den Wald gehen, um nach Holz zu suchen. Nun ist das vorbei."

Furairas Zukunftspläne

Wie sehen die Zukunftspläne von Furaira aus? “Wenn mein Dorf wieder sicher genug ist, würde ich gerne zurückkehren. Ich möchte dort mein Leben mit meiner Familie wieder aufnehmen. Ich versuche jetzt, etwas Geld zu sparen, damit ich mein Nähgeschäft wieder aufmachen kann. Wegen der Probleme, die wir hatten, musste ich meine Nähmaschine verkaufen, aber ich möchte eine neue kaufen. Vor allem möchte ich mich um meine Familie kümmern können, damit ich meinen Kindern eine Zukunft bieten kann. Ich bete immer wieder, dass mein Dorf eines Tages sicher genug sein wird.”

Dieses Projekt wird von der Europäischen Union (über ECHO) und World Renew finanziert.

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