Friedensförderung

Peacebuilding

Auf den Frieden hinarbeiten

In von Konflikten betroffenen Ländern ist spezifische Friedensförderung erforderlich, um die Grundlage für eine nachhaltige, friedliche Zukunft zu schaffen. Deshalb zielt ZOA darauf ab, die Einstellungen und Verhaltensweisen von Konfliktparteien zu verändern und (lokale) Konfliktursachen anzugehen. Wir arbeiten mit lokalen Gemeinschaften, lokalen Organisationen und der lokalen Regierung zusammen. Dazu verbinden wir unsere Bemühungen auf Bodenebene mit höheren Ebenen, wo es erforderlich und angemessen ist. Frauen und Jugendliche spielen eine Schlüsselrolle bei der Friedensförderung und Sicherheit. ZOA will ihre Rolle in Friedens- und Versöhnungsprozessen stärken.

Friedensförderung in vier Bereichen

1. Stärkung von sozialem Zusammenhalt und Vertrauen

Gewalttätige Konflikte führen zu Misstrauen zwischen den Menschen, zur Zerstörung des Sozialgefüges und zu Traumata. Wenn Menschen nicht mit ihren eigenen traumatischen Erfahrungen umgehen und das Vertrauen zueinander nicht zurückgewinnen, können Konflikte leicht von vorne beginnen. Daher müssen Menschen neue Wege gewaltfreien Verhaltens erlernen. Manchmal ist die direkte Friedensförderung zu sensibel. Daher ist in diesen Situationen das Zusammenbringen verschiedener Gruppen zu weniger sensiblen Themen von gemeinsamem Interesse ein wirksames Mittel, um Stereotypen abzubauen und ein gemeinsames Verständnis zwischen den Gruppen zu schaffen.

Spezifische Maßnahmen von ZOA in diesem Arbeitsbereich sind:

  • Community Based Socio Therapie (CBST)
  • Gemischte Gruppen für Sport-, Lebens- oder Gemeindeprojekte
  • Friedenserziehung in Schulen und anderen Gruppen

ZOA arbeitet in mehreren Ländern im Bereich des sozialen Zusammenhalts und Vertrauens. Dazu zählen unter anderem Liberia, Kongo, Afghanistan, Äthiopien und Sri Lanka.

2. Gemeinschaftsbasierte Sicherheits-, Konfliktverhütungs- und Lösungsmechanismen

In den von Konflikten betroffenen Ländern haben die gewalttätigen Konflikte der Vergangenheit zu Spaltungen in der Gesellschaft, zu Hassgefühlen, Marginalisierung und Traumata geführt. Zudem sind  formale Justizsysteme entweder nicht funktionsfähig, korrupt oder aufgrund von Entfernung und Kosten nicht zugänglich.

Lokale Friedenskomitees:

  • ...sind ein alternativer Mechanismus, der sich auf die Lösung lokaler Konflikte konzentriert
  • Die lokalen Friedenskomitees betonen Versöhnung und gemeinschaftlichen Zusammenhalt.
  • ... spielen eine wichtige Rolle bei der Konfliktvermeidung.

Daher unterstützt ZOA die Einrichtung und das Funktionieren dieser LPCs. ZOA arbeitet mit lokalen Friedenskomitees in mehreren Ländern zusammen. Dazu zählen Burundi, Kongo, Südsudan, Sudan und Äthiopien. Daneben zielt ZOA auch darauf ab, die Effektivität und Inklusivität der lokalen Sicherheitsräte zu verbessern. Denn diese Räte sind lokale Mechanismen mit Vertretern der lokalen Sicherheitsakteure, der lokalen Regierung und der Zivilgesellschaft. Ihre Aufgabe es ist, die Zivilbevölkerung zu schützen und Sicherheit zu gewährleisten.

3. Reduzierung von Land- und Wasserkonflikten

ZOA hat Expertise in der armutsorientierten Landregistrierung und der Sicherung von Landbesitz in Kontexten nach Konflikten entwickelt. Denn besonders der gemeindebasierte Ansatz von ZOA und der Fokus auf Frauen und Jugendliche, die in Bezug auf die Landrechte oft die verwundbarsten Gruppen sind, machen ZOA einzigartig qualifiziert. Dabei gehen wir die Landunsicherheit als Grundursache für Verletzlichkeit und Konflikte an. Dazu zählen die DR Kongo, Uganda und Burundi.

Zudem befasst sich ZOA mit wasserbezogenen Konflikten auf der Grundlage einer guten Wasserkonfliktanalyse. Denn wir arbeiten an integrativen und effektiven Wassermanagementsystemen, Wasserknappheit und Mechanismen zur Lösung von Wasserkonflikten. Zu den Einsatzländern dieses Bereiches der Friedensförderung gehören Kongo, Sudan und Afghanistan.

Beitrag zu einer friedlichen Gemeinschaft

4. Reduzierung geschlechtsspezifischer Gewalt (GBV)

Die Häufigkeit von geschlechtsspezifischer Gewalt und damit verbundenen Konflikten innerhalb und außerhalb der Familie ist in den Ländern, in denen ZOA tätig ist, sehr hoch. Zudem hat die wiederholte und anhaltende Erfahrung von Gewalt und Konflikten im Allgemeinen starke Auswirkungen auf Familien. Dies führt zu einem hohen Maß an Familienkonflikten und GBV. Dabei ist eine der Hauptursachen für GBV die sozialen Normen über Geschlecht, Frauen und Mädchen. Denn sie werden oft gegenüber Männern und Jungen als unterlegen angesehen. Frauen gelten als Eigentum ihrer Männer. “Versagte” oder “frustrierte Männlichkeit” wird oft als Ursache von Konflikten im Allgemeinen und GBV im Besonderen angesehen. Dazu zählen etwa Männer und Jungen, die den kulturell bedingten Normen z.B. bei der Ehe, mit den Mitteln zur Versorgung der Familie nicht gerecht werden können.

Daher zielt ZOA darauf ab, geschlechtsspezifische Gewalt anzugehen. Wir tun dies, indem wir soziale Normen über Geschlecht und GBV in Frage stellen und die spezifischen Erfahrungen von Frauen mit Sicherheit und Straffreiheit berücksichtigen. Ebenfalls arbeiten wir daran, die Reaktion auf GBV-Überlebende zu verbessern, insbesondere im Bereich der sozioökonomischen Integration. Dabei sind wir in der Friedensförderung im Bereich GBV in mehreren Ländern tätig, darunter Liberia, Kongo und Sri Lanka.

Netzwerke und Partner

ZOA International und ZOA Deutschland beteiligen sich in mehreren Netzwerken und arbeiten mit weiteren NGO’s zusammen, um die Wirkung unserer Projekte zu erhöhen. Partner in diesem Bereich sind unter anderem:

 

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